Interview mit Autorin Corinna Leibig: „Der kleine Bauchweh“

Corinna Leibig ist die Autorin der Kinderbücher „Der kleine Bauchweh“ und „Der kleine Kopfweh“. In einem Interview konnten wir mit ihr über die Bücher reden, die bei Kindern, Eltern und Kitas gleichermaßen beliebt sind. Doch bevor wir zum Interview kommen, möchten wir Euch das Buch „Der kleine Bauchweh“ genauer vorstellen.

Eine Reise ins Innere: „Der kleine Bauchweh“ von Corinna Leibig

In „Der kleine Bauchweh“ nimmt uns Corinna Leibig mit auf eine einfühlsame Reise in die Welt der kindlichen Emotionen. Durch die Augen des kleinen Bauchwehs, der sich in einer Höhle mit seinen Bauchschmerzen auseinandersetzt, erkunden junge Leserinnen und Leser die vielfältigen Ursachen emotionalen Unwohlseins. Vom hektischen Alltag über zwischenmenschliche Konflikte bis hin zu tiefsitzenden Ängsten – Leibig schafft es, komplexe Themen kindgerecht und gut nachvollziehbar darzustellen.

Die Illustrationen im Buch sind nicht nur Begleitung des Textes; sie sind ausdrucksstarke Fenster in die Seele des kleinen Bauchwehs, die es Kindern ermöglichen, ihre eigenen Gefühle zu visualisieren und zu verstehen. Diese klaren, verständlichen Bilder machen das Buch zu einem wertvollen Werkzeug für die emotionale Bildung.

Doch „Der kleine Bauchweh“ ist mehr als ein Bilderbuch. Das Buch ist gleichzeitig ein Ratgeber, dank der ergänzenden Informationen und Ratschläge von Joachim Pietsch-Gewin, einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Diese Abschnitte bieten Erwachsenen konkrete Handlungsanleitungen, um auf die emotionalen Bedürfnisse der Kinder einzugehen und bilden eine Brücke für ein gemeinsames Verständnis.

Empfohlen für Kinder ab 3 Jahren, findet dieses Buch ebenso bei jungen Grundschülern Anklang. Es zeigt, dass die Herausforderungen des Heranwachsens vielfältig sind und dass auch scheinbar kleine Ereignisse große emotionale Reaktionen hervorrufen können. „Der kleine Bauchweh“ bietet eine Gelegenheit, Themen wie Selbstwahrnehmung und emotionale Intelligenz in einer sicheren, unterstützenden Umgebung zu erkunden.

Insgesamt ist „Der kleine Bauchweh“ also nicht nur ein Buch zum Vorlesen und Betrachten. Es ist ein Werkzeug für Eltern, Erzieher und Unterstützer. Dadurch wird es zur wertvollen Ressource, um mit Kindern über ihre Gefühle zu sprechen und sie zu verstehen. Sehr zu empfehlen für jeden, der mit Kindern arbeitet und/oder lebt.

„Der kleine Bauchweh“ ist im Mabuse-Verlag erschienen.

Über die Autorin Corinna Leibig

Foto: Daniel Leonforte

Foto: Daniel Leonforte

Corinna Leibig, geboren 1981, ist studierte Kommunikationsdesignerin, Illustratorin und Autorin. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit unterstützt sie Kinder und Jugendliche mit dem Projekt „kreativ macht stark“. Die Geschichtenerzählerin ist davon überzeugt, dass kreativer Ausdruck ein wichtiger Weg ist, um zu sich selbst zu finden. In ihren Büchern hilft sie Kindern, Jugendlichen und deren Eltern, einen authentischen Umgang mit den eigenen Gefühlen zu finden. Ihr erstes Buch „Der kleine Bauchweh“ hat eine Gesamtauflage von 30.000 Stück.

Auf der Webseite von Corinna Leibig erfahrt Ihr mehr über ihre Projekte.

 

Corinna Leibig im Interview mit Kita-Jobs

Kita-Jobs: Hallo Corinna! Schön, dass wir Dir ein paar Fragen rund um Deine Bücher „Der kleine Bauchweh“ und auch „Der kleine Kopfweh“ stellen dürfen.

Corinna: Hallo, sehr gerne.

Kita-Jobs: Als erstes interessiert uns natürlich, wie Du auf die Idee gekommen bist, Kinderfachbücher zu Psychosomatik bei Kindern zu schreiben? Was genau macht das Thema für Dich so interessant?

Corinna: „Der kleine Bauchweh“ habe ich geschrieben, weil ich selbst einige Berührungspunkte mit dem Thema habe, privat sowie beruflich.

Das fängt schon damit an, dass ich als Kind ab und zu Bauchweh hatte. Als wir zum Beispiel in eine neue Stadt zogen und ich die Schule wechselte, hatte ich eine Zeit lang jeden Morgen Bauchschmerzen und wollte nicht in die Schule gehen. Ein Gespräch mit der Lehrerin sorgte für Klärung und die Bauchschmerzen verschwanden. Meine Mutter hat dann mit mir oft Rollenspiele gespielt, um dem Problem zu begegnen. Jetzt als Erwachsene ist das übrigens immer noch so: Stress schlägt mir nach wie vor auf den Magen – wie man so schön sagt.

Kita-Jobs: Du sprachst auch von beruflichen Berührungspunkten? Was sind das für welche?

Corinna: Ich habe eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin gemacht und engagiere mich für das Projekt „kreativ macht stark“, ein Kunstprojekt für Kinder. In diesem Rahmen werde ich oft damit konfrontiert, dass sich psychischer Stress bei Kindern auf den Bauch auswirkt.

Kita-Jobs: Und wie sieht es mit dem Buch „Der kleine Kopfweh“ aus?

Corinna: „Der kleine Kopfweh“ war eigentlich die logische Schlussfolgerung aus „Der kleine Bauchweh“. Wenn man sich mit körperlichen Schmerzen bei Kindern auseinandersetzt, landet man unweigerlich auch beim Thema Kopfschmerzen. Kindern stehen heute immer mehr und immer früher Medien zur Verfügung und Migräne tritt häufiger auf.

Außerdem war die Resonanz auf „Der kleine Bauchweh“ so toll, dass klar war, dass das Thema Eltern und Erzieher interessiert und es eine Fortsetzung geben muss.

Kita-Jobs: Das ist auf jeden Fall nachvollziehbar. Und es beantwortet eigentlich schon ein Stück weit meine nächste Frage: Gibt es Kitas, die mit Deinen Büchern arbeiten?

Corinna: Ja genau, „Der kleine Bauchweh“ wird gleichermaßen an Eltern und Erzieher verkauft. Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung, dass das Buch in den Kitas oft eingesetzt wird.

Kita-Jobs: Als Portal für Kitas interessiert uns sehr, wie genau die Erzieher das Buch in den Einrichtungen verwenden?

Corinna: Mir wurde berichtet, dass der Einsatz in den Kitas unterschiedlich aussieht.

Besonders zu erwähnen ist, dass es „Der kleine Bauchweh“ auch als Kamishibai-Bildkarten vom Don Bosco Verlag gibt. Mit dem Kamishibai arbeiten viele Kitas und tragen das Buch dann als Bildtheater vor.

In manchen Kitas ist das Buch frei zugänglich, während andere Einrichtungen es gezielt in bestimmten Situationen mit einzelnen Kindern nutzen. Oft dient es dabei als persönlicher Kontakt vom Kind zum Erzieher, sodass sich das Kind öffnen kann.

Einige Kitas haben „Der kleine Bauchweh“ aber auch als Minibuch vorrätig und geben es den Eltern bei Bedarf mit, sodass diese das Thema zu Hause mit betroffenen Kindern besprechen können.

Kita-Jobs: Toll wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind, dadurch bietet das Buch für Kitas einen echten Mehrwert.

Corinna: Es gäbe noch eine weitere Möglichkeit: Mir schwebt da so etwas vor wie eine „Gesundheitsaktion in der Kita“. Man könnte beispielsweise im Rahmen eines Infotags über Psychosomatik informieren.

Wenn Kitas solche Aktionen planen, können sie sich für eine Beratung und Infomaterial gerne an den Mabuse-Verlag wenden. Dort gibt es schließlich auch das Bauchweh-Minibuch, was ja sehr vielseitig einsetzbar ist.

Kita-Jobs: Kommen wir zu einer letzten spannenden Frage an Dich als Autorin. Was ist Dein nächstes Projekt? Geht es auch in diese Richtung?

Corinna: Tatsächlich gibt es aktuell 2 Projekte, an denen ich arbeite. Von der Thematik her gehen diese allerdings in eine andere Richtung. Es sind beides keine Fachbücher. Das erste Projekt ist ein Jugendroman und bei dem zweiten Projekt handelt es sich um ein Kinderbuch mit Illustrationen. Es ist eher ein bisschen verrückt und unlogisch geschrieben.

Kita-Jobs: Na, da sind wir auf jeden Fall gespannt und freuen uns schon, wieder was von Dir zu lesen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für Deine Antworten auf unsere Fragen und sagen: bis bald!

Corinna: Ich bedanke mich ebenfalls für das nette Gespräch.

Fazit zum Buch „Der kleine Bauchweh“

Nachdem wir uns gemeinsam mit Corinna Leibig auf die emotionale Reise von „Der kleine Bauchweh“ begeben haben und in die Welt der kindlichen Emotionen und deren Auswirkungen eingetaucht sind, bleibt uns nur, Euch dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Es ist nicht nur eine Geschichte, die Kinder auf eine verständliche und einfühlsame Weise mit ihren Gefühlen vertraut macht, sondern auch ein praktischer Ratgeber für Euch als Erzieher, weil Ihr täglich mit den Herausforderungen junger Seelen konfrontiert seid. Durch die lebendigen Illustrationen und die ergänzenden Fachinformationen bietet „Der kleine Bauchweh“ eine einzigartige Basis, auf der Ihr gemeinsam mit den Kindern lernen könnt, Emotionen zu erkennen, zu benennen und zu verstehen. Lasst Euch dieses Werkzeug nicht entgehen, das in keiner Kita fehlen sollte. Es ist eine Investition in die emotionale Gesundheit und Entwicklung der Kinder, die ihnen und Euch auf lange Sicht zugutekommen wird.

Exkurs: „Der kleine Kopfweh“

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind und mehr über „Der kleine Kopfweh“ erfahren möchten, stellen wir Euch auch dieses Buch kurz vor:

„Der kleine Kopfweh“ von Corinna Leibig ist ein einfühlsames Kinderbuch, das sich mit einem Thema befasst, das in der Kinderliteratur selten behandelt wird: Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern. Die Geschichte handelt von einem kleinen Charakter namens Kopfweh, der immer wieder von starken Kopfschmerzen geplagt wird. Durch die liebevolle Darstellung und die Interaktion mit einem größeren Kopfweh, der zum Kuscheln und Trösten kommt, bietet das Buch Kindern eine Identifikationsfigur, die ihnen hilft, ihre eigenen Beschwerden besser zu verstehen und mit ihnen umzugehen.

Besonders hervorzuheben ist der medizinische Fachteil, der von Dr. med. Charly Gaul, einem Experten auf dem Gebiet der Kopfschmerzen, beigesteuert wurde. Dieser Teil richtet sich an Eltern und Erziehende und enthält wertvolle Informationen zu Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten von Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern. Darüber hinaus werden präventive Maßnahmen und Tipps für den Umgang mit akuten Kopfschmerzattacken gegeben.

„Der kleine Kopfweh“ ist somit ein Bilderbuch, das Kindern auf einfühlsame Weise hilft, ihre Kopfschmerzen zu verstehen und zu bewältigen und gleichzeitig ein Ratgeber für Eltern und pädagogische Fachkräfte. Das Buch schlägt eine Brücke zwischen kindgerechter Aufklärung und fachlich fundiertem Rat, wodurch es eine wertvolle Ressource für Familien und Betreuende darstellt, die mit dem Thema Kopfschmerzen bei Kindern konfrontiert sind.

Fiese Bauchweh oder Kopfweh bei kleinen Kindern – wie geht Ihr damit um? Werden die Bücher von Corinna Leibig bei Euch künftig zum Einsatz kommen? Wir sind gespannt auf Euer Feedback auf unserem Instagram- oder Facebook-Kanal!

Von Manuela

Manuela kann als Erzieherin sehr gut mit Kindern, aber auch mit Texten.

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