Neue Medien in der Kita? Das sagen Experten

Neue Medien? Der digitale Wandel macht vor der Kita nicht halt. Aus einer strittigen Debatte und dem Ansatz „die Einrichtung soll Computer-freier Raum bleiben“ wird immer mehr die Erwartungshaltung, dass bereits den Kleinsten eine pädagogisch wertvolle Medienkompetenz vermittelt werden solle. Immer wieder fällt das Schlagwort „Medienkindheit“, denn die Faszination für Smartphone & Co. lebt die Gesellschaft den Kids vor. Träger und Erzieher haben dazu oft ihre eigenen Erfahrungen und Meinungen. Wir geben einen Überblick über verschiedene Experten-Standpunkte.

Tablets kommen den Kleinen entgegen
Im Interview mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) spricht sich Stefan Aufenanger, Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik, für altersgerechte Medienerziehung aus. Für den Einstieg seien Tablets den Computern vorzuziehen, da sie den Kindern ab drei Jahren durch die Gestenkommunikation und die Verwendung von Apps entgegen kommen würden. Praxisbegleitende Fortbildungen und das Thema Medienerziehung in der Ausbildung von Erziehern zu stärken, sieht er als wichtige Schritte an.

Neue Medien – Lerneffekt statt schnödem Medienkonsum
Eva Reichert-Garschhammer, stellvertretende Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik München, sieht die Verwendungsmöglichkeiten der neuen Medien ebenfalls positiv – so äußert sie sich im Interview mit Bildungsklick.de: Es gehe bei dem Einsatz digitaler Medien in der Kita nicht um mehr Medienkonsum sondern um zusätzliche Informations-, Kommunikations-, Gestaltungs- und Lernmittel. Die pädagogischen Gestaltungsmöglichkeiten würden dadurch erweitert werden. Kinder sollen ebenfalls früh über die möglichen Gefahren im Netz aufgeklärt werden und trainieren, die Geräte nach einer gewissen Zeit wieder auszuschalten.

Neue Bildungslücken entstehen durch neue Medien
Prof. Dr. Norbert Neuß, tätig für die Justus-Liebig-Universität Gießen im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, begründet die Vermittlung von Medienbildung in Kindertagesstätten u.a. mit diesen Argumenten: In unserer Informationsgesellschaft sei die Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation – es müssen Wissensklüfte in diesem Bereich vermieden werden. Auch die Vorgaben der Bildungspläne der Bundesländer sehen die Vermittlung eindeutig vor. Die bewusste Auswahl und die Möglichkeit, selbst Medien zu produzieren und zu distribuieren seien entscheidend.

Lieber die reale Welt trainieren als die virtuelle
Eine klare Contra-Meinung vertritt der Neurowissenschaftler Professor Manfred Spitzer zum Theme neue Medien, zum Beispiel im Interview mit T-Online.de. Zu viel Medienkonsum würde die Gehirne unserer Kinder verkümmern lassen und die Aufmerksamkeitsspanne verringern. Wenn Dreijährige bereits in der Lage sind mit iPad und anderen Geräten umzugehen, würden sie später große Defizite aufweisen – umso jünger das Kind, desto schwerwiegender die Risiken und Nebenwirkungen der Nutzung. Warum die Zeit mit digitalem langweiligem Schnickschnack vergeuden, fragt er, die reale Welt im Griff zu haben, sollte vielmehr das Ziel sein.

Neue Medien hemmen die Sprachentwicklung
Hermann Josef Kahl, Kinderarzt und Pressesprecher des Bundesverbands deutscher Kinder- und Jugendärzte rät in einem Artikel der Schweriner Volkszeitung ebenfalls vom Tablet-Einsatz in Kindertagesstätten ab. Sein Argument: Kinder würden mit den Geräten ruhig gestellt, da zu wenig Zeit bzw. Erzieher zur Verfügung stehen würden, um die Kinder individuell zu fördern. Die Sprachentwicklung solle vielmehr im Fokus stehen und die sieht er durch den Einsatz von Monitoren gefährdet. Unter Vierjährige sollten auch Zuhause möglichst keine Bildschirm-Medien nutzen.

Broschüre Medienzwerge

Handbuch „Medienzwerge – Medienarbeit in der Kita“

Mehr Material und Anregungen zum Thema neue Medien findest Du zum Beispiel im umfangreichen Handbuch „Medienzwerge – Medienarbeit in der Kita“, herausgegeben von der Stiftung MKFS.

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