Gärtner oder Bildhauer? Welches pädagogische Konzept passt zu Euch?

Formen oder wachsen lassen? Das Gleichnis vom Erzieher als Gärtner oder Bildhauer zeigt Dir einen schönen Blick auf unterschiedliche pädagogische Konzepte. Es gibt aber auch noch andere Erzieher-Geschichten und Lieder, die wir Dir nicht vorenthalten wollen. Mit ihnen kannst Du Dich mal wieder mit Deinem erzieherischen Standpunkt auseinandersetzen und neue Motivation finden.

Erzieher: Bildhauer oder Gärtner?
Welches Erziehungskonzept wir vertreten, hängt unter anderem damit zusammen, wie wir die Kinder betrachten. Das Gleichnis vom Bildhauer und dem Gärtner zielt auf zwei gegensätzliche Annahmen ab: Für den Bildhauer ist das Kind wie ein Stein, mit vielen Ecken und Kanten, ohne erkennbare Form – man könnte auch sagen wie eine weiße Leinwand, wie ein unbeschriebenes Blatt. Erst durch die Einwirkung des Bildhauers wird aus dem Material das Kunstwerk Mensch mit seinen individuellen Charakterzügen, Talenten und Eigenschaften.
Dem gegenüber steht der Gärtner mit seinem kleinen Pflänzchen. Er sorgt dafür, dass es immer genug Sonne und Wasser hat, vernichtet das schädliche Unkraut, hält weiteren Schaden von der Pflanze ab. So kann die Pflanze aus eigener Kraft wachsen und sich entfalten – denn ihre Form ist bereits in ihr angelegt, der Gärtner kann nicht beeinflussen, ob die Blüte gelb oder rot, groß oder klein wird. Diese Art des Erziehers schafft einen sicheren Raum, in der das Kind sich aus sich selbst heraus entwickeln kann.

Bist Du Gärtner oder Bildhauer?
Viele Erzieher würden wohl einen gesunden Mittelweg aus beiden Modellen einschlagen. Ein Kind zu behauen wie einen Stein klingt doch schon etwas drastisch, oder? Anderen sagt es nicht zu, das Kind ohne Einflussnahme einfach nur machen zu lassen. Wachsen lassen und anleiten, da wo es notwendig ist – es gehört Erfahrung und Einfühlungsvermögen dazu, um zu erkennen, welches Kind zu welcher Zeit welche Maßnahmen benötigt. Am Anfang ist für die ganz Kleinen noch viel mehr Führung nötig, später müssen sie zur Selbstständigkeit erzogen werden.

Erziehen heißt Gutes säen
Das Gleichnis vom Erzieher als Gärtner hat noch eine weitere wichtige Facette: Vieles von dem, was Du als Pädagoge bei den Kita-Kindern „säst“, entfaltet sich erst später, vielleicht erst, wenn sie erwachsen sind. Oft bekommst Du leider gar nicht mit, wie viel Gutes Du bewirkt hast. Du kannst nur selbst daran glauben, dass Dein Tun sinnvoll und vor allem sehr wertvoll ist. Dazu haben wir hier noch eine kurze Geschichte zur Motivation für Dich.

Wenn die Saat aufgeht
Ein Busfahrer nahm auf seiner morgendlichen Route jeden Tag eine alte Frau mit. Sie setzte sich immer auf einen Fensterplatz. Nach einiger Zeit kramte sie in ihrer Tasche, holte etwas heraus und warf es aus dem Fenster.
Der Busfahrer wunderte sich. Sagte jedoch monatelang nichts dazu, bis er sie beim Einsteigen eines Morgens doch fragte: „Was werfen Sie da jeden Tag aus dem Fenster?“
„Blumensamen“, entgegnete die Frau freundlich. „Die Straße sieht so düster aus, es wäre doch schön, wenn dort ein paar Blumen wachsen würden.“
Der Busfahrer schüttelte ungläubig den Kopf: „Mitten in der Stadt? Die Samen schnappen sich die Vögel oder sie werden zertreten. Keiner gießt dort und Erde ist eigentlich auch keine da.“
Unbekümmert zuckte die alte Dame mit den Schultern: „Ein paar Blumensamen werden es schon schaffen – und der Regen kommt wie die Sonne, ganz von allein.“
Wenige Tage später fiel dem Busfahrer auf, dass die Frau mit den Blumensamen nicht mehr zu ihm in den Bus stieg. Er machte sich Sorgen, ob ihr vielleicht etwas passiert war. Doch da erblickte er am Straßenrand eine wahre Blütenpracht. Viele von den Blumensamen hatten es geschafft und ihr Anblick versüßte dem Busfahrer und den anderen Fahrgästen nun jede weitere Fahrt.

Schön!

Und zum krönenden Abschluss haben wir noch den genialen Kita-Song, den wirklich jeder Erzieher kennen sollte.

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