Wovor haben Kita-Kinder Angst?

Dass Eltern vor allem Möglichen Angst haben, begegnet Dir sicher immer wieder. Ihnen kannst Du mit guten Argumenten begegnen. Aber wie steht es mit den Ängsten der Kinder – bist Du darauf vorbereitet? Gibt es vielleicht sogar Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs, auf die Du eingehen solltest? Wir haben wichtige Infos zum Thema Angst bei Kita-Kindern zusammengetragen.

Was macht den Kita-Kids Angst?
Eine der ersten Ängste, die kleine Kinder ab ca. einem Jahr erfahren, ist die Trennungsangst – sobald sie gelernt haben, sich von anderen abzugrenzen. Dazu kommt das sogenannte „Fremdeln“, die Angst vor Fremden. Das kann vor allem in der Kita-Eingewöhnungsphase problematisch werden – dagegen wirken verlässliche Bezugspersonen und routinierte Abläufe. Auch laute und fremde Gegenstände wie ein Staubsauger können zu Weinattacken führen. Große Tiere, Alleinsein und Gewitter sorgen bei Kleinkindern ebenfalls für Angstsituationen.
Ab etwa vier Jahren sind zunehmend Fantasie-Figuren wie Monster, Geister und böse Hexen bedrohlich. Später kommen konkrete Ängste vor Gefahren und bedrohlichen Situationen hinzu wie Feuer, Einbrechern und Dunkelheit. Zusätzlich kann das Weltgeschehen, zum Beispiel ein terroristischer Anschlag, diffuse Ängste auslösen, wenn Kinder davon etwas mitbekommen, aber die Hintergründe nicht verstehen.

Wie zeigen Kinder Angst?
Weinen ist eine typische Angstreaktion. Andere verängstigte Kinder laufen weg und verstecken sich oder suchen im Gegenteil gerade die Nähe zu einem Erwachsenen inklusive Klammern. Augen oder Ohren zuhalten, panisch werden, schreien, verkrampfen können ebenfalls mögliche Reaktionen sein. Doch auch Stille und Verschlossenheit sind Indikatoren.

Angst-Übertragung vermeiden
Umso lockerer die Eltern, umso entspannter die Kinder? In einigen Fällen kann es jedenfalls zutreffen, dass besonders die unsicheren Eltern viele ihrer Ängste an die Kinder abgeben. Indem sie den Kindern ständig suggerieren, zum Beispiel das Klettern auf ein Spielplatz-Gerüst sei sehr gefährlich, sorgen sie dafür, dass das Kind diese Situation eventuell mit Angst auflädt. Auch als Erzieher lieber mit einem „Sei vorsichtig“ warnen (wenn überhaupt) als mit „Das ist gefährlich, gleich fällst Du runter“.
Ängste als Warnsysteme sind überlebenswichtig, aber wenn die Kids gar nicht mehr dazu in der Lage sind, gewisse Risiken einzugehen, hindert das ihre Entwicklung.

Fakten wirken noch nicht gegen Ängste
Im Kita-Alter ist es den meisten Kids noch nicht möglich, rational mit ihren Ängsten umzugehen. Wenn ein Kind an Monster unter dem Bett glaubt, hilft nicht, ständig darauf zu beharren, dass es Monster gar nicht gibt. In dieser sogenannten „magischen Phase“ ist für die Kleinen alles möglich und die Angst vor Fantasie-Gestalten sehr real. Zuhören, Verständnis und gutes Zureden sind angebracht sowie körperliche Nähe. Meist legt sich das etwa ab Schuleintritt. Kindheitsängste, die nicht bewältigt oder verarbeitet werden, können uns jedoch bis ins Erwachsenenalter begleiten und beeinflussen.
Nimmst Du an einem Kind anhaltende Ängste wahr, wird es beispielsweise beim Anblick von Hunden geradezu panisch oder traut es sich gar keine Kletteraktionen auf dem Spielplatz zu. In dem Fall solltest Du die Eltern ansprechen. Es kann sogar hilfreich sein, einen Kinder-Therapeuten oder anderen Spezialisten aufzusuchen.

Angst vor der Kita
Die Kleinen können natürlich auch Angst vor der Kita haben. Manchmal sind es die vielen Kinder, die alle zu laut sind. Ein anderes Mal ist es vielleicht ein anderes Kind, das immer schubst oder beisst. Auch hier ist es wichtig, zu versuchen mit dem Kind zu reden und Schutz und Geborgenheit zu geben. Leider können die ängstlichen Kinder das nicht immer so ausdrücken, dass wir es sofort verstehen. Ein weinendes Kind ist zwar ein Indikator, dass es die Situation nicht mag. Aber vermisst es vielleicht seine Mutter? Will es lieber zu Hause sein? Oder hat es Angst vor der Kita? Manche Kinder können gar nicht sagen, dass sie Angst haben. Sie zeigen dann z. B. auf den Bauch und sagen, dass sie Aua haben. Erzieherinnen müssen deshalb immer auch kleine Detektive sein und ein gutes Gespür für die Sorgen und Nöte der Kinder entwickeln.

Kleine Helferlein gegen die Angst
Immer hilfreich: vertraute Kuscheltiere als Mutmacher. Sie stehen dem Kind bei Trennungsängsten in der Eingewöhnungsphase bei und können sogar auf dem Spielplatz helfen. Der Teddy rutscht zuerst von der hohen Rutsche und anschließend traut sich das Kind. Für andere Situationen gibt es jeweils geeignete Kinderbücher, die Mut machen und auf Lösungswege bringen. Andere Kinder drücken ihre Ängste durch das Bildermalen aus, sie können zur Angstbewältigung Bilder von sich malen, in denen sie stark sind und so ein positives Selbstbild schaffen. Gleiches gilt für ein Rollenspiel zum Beispiel mit Stofftieren.
Ältere Kinder kommen vielleicht selbst auf die individuell beste Alternative. Also einfach mal fragen: „Was meinst Du, was Dir helfen kann, wenn Du Angst hast?“

Jungs haben andere Ängste als Mädchen?
Dass Mädchen und Jungs unterschiedlich erzogen würden, wirke sich auch auf ihre Träume und Ängste aus, so der analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Hans Hopf in einem anspruchsvollen Artikel. Mädchen hätten mehr Verlust- und Trennungsängste, Angst vor Liebesverlust und Probleme mit dem Selbstwertgefühl. Scham- und Schuldängste könnten dazu führen, das sie ihren Körper ablehnen. Jungs hätten eher Ängste vor gefährlichen Wesen, zudem Kastrationsängste bzw. Ängste, von Stärkeren überwältigt zu werden.

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