Tiere in der Kita – Vor- und Nachteile der tiergestützten Pädagogik

Tiere in der Kita? Geht denn das? Ja, und ob! Aber wie sinnvoll ist es, ein Tier zu halten? Wir haben hier eine kurze Pro-Kontra-Diskussion angefangen, um Dir zu helfen, falls Du über ein Tier in Deiner Kita nachdenkst.

Für und Wider der tiergestützten Pädagogik

Pro: Kinder lieben Tiere
Wenn Kinder keine schlechten Erfahrungen mit Tieren gemacht haben, gehen sie im Regelfall immer offen und neugierig auf Tiere zu. Der Umgang mit ihnen ist toll und sie lieben es! Die natürliche Neugier und Begeisterung der Kinder wird dafür sorgen, dass jedes Tier mit strahlenden Augen angenommen wird. Tiere gehören in Form von Plüschtieren und Spielzeugen eh schon zum Kita-Alltag und zu tollen Spielen der Kinder dazu. Wie toll wäre es da, wenn die Kinder Tiere in der Kita in echt erfahren und kennenlernen können? Selbst weniger süße oder kuschelige Tiere wie Würmer oder Käfer rufen Faszination hervor. Gleichzeitig geben sie Kindern ein gutes Gefühl, weil sie niemanden verurteilen und sie so annehmen, wie sie sind. Es tut gut, einen kleinen Freund zu haben, der da ist, sich streicheln lässt, vielleicht sogar zuhört, ohne etwas zu sagen. Auch Eltern befürworten es oft aus dem Grund, dass sie dadurch nicht unbedingt selbst ein Haustier anschaffen müssen, um dem Kind den Umgang mit Tieren zu ermöglichen. 

Pro: Bewusster Umgang mit Tieren
Nicht alle Kinder kennen durch ihr Umfeld den Umgang mit Tieren. Nicht alle Familien besitzen Haustiere oder bieten durch ihren Bekanntenkreis ihren Kindern das Zusammentreffen mit Tieren. Durch ein Tier in der Kita würden sie einen richtigen Umgang mit ihnen erlernen. Es entsteht empathische Gefühle gegenüber den Lebewesen, die sich auch positiv auf andere Lebensbereiche der Kinder ausdehnen kann. Man kann ihnen die gerechte Tierhaltung beibringen, wie man sich Tieren nähert und sie behandelt. Sie erlernen den Respekt vor anderen Lebewesen und merken auch, dass auch sie Bedürfnisse haben, auf die sie Rücksicht nehmen müssen.

Pro: Verantwortungsbewusstsein
Die Haltung von Tieren fördert das Verantwortungsbewusstsein der Kinder. Sie müssen sich um das Tier kümmern, es füttern, das Gehege sauber machen und Zuwendung geben. Für die Entwicklung der Kinder ist das optimal. Auch die soziale Kompetenz spielt mit rein. Wer darf den Hasen nun streicheln oder die Schildkröte füttern? Man muss sich untereinander absprechen, Kompromisse finden, auch mal verzichten.

Contra: Allergien
Tierhaarallergie ist nicht selten und kann auch bei Kindern in der Kita auftreten. Auch muss man bedenken, dass das Tier mehrere Generationen von Kindern in der Gruppe mitbekommen kann und somit niemand weiß, ob nicht irgendwann ein Kind mit Allergie in die Gruppe kommt. Um das zu umgehen, gibt es zum einem die Möglichkeit ein Tier auf dem Außengelände zu halten oder ein Tier ohne Fell zu halten, wie zum Beispiel Fische oder Schildkröten. Allerdings muss man auf dem Außengelände wieder beachten, ob es damit immer noch eine artgerechte Haltung ermöglicht.

Contra: Ängste
Wenn Kinder schlechte Erfahrungen gemacht haben mit bestimmten Tieren und sich eine Angst entwickelt hat, ist es schwierig, Tiere in der Kita zu halten. Das Kind wird ängstlich sein, sich dem Gehege nicht nähern wollen und angespannt sein. Zwar besteht dadurch die Möglichkeit, zusammen an den Ängsten zu arbeiten, aber das übersteigt in den meisten Fällen wohl den Arbeitsrahmen von Erziehern. Und auch hier muss bedacht werden, dass auch in den nachfolgenden Generationen Kinder mit Ängsten sein können.

Contra: zusätzliche Arbeit und Kosten
Tierhaltung in der Kita bedeutet für die verantwortlichen Erzieher mehr Arbeit. Für eine gerechte Haltung braucht man den richtigen Raum und man muss sich auch mit den gesetzlichen Vorgaben diesbezüglich auseinandersetzen. Auch hört es mit den Anschaffungskosten nicht auf. Es werden Arztkosten anfallen, für Futter muss auch stets gesorgt werden und eventuell auch für Neuanschaffungen, falls etwas kaputt geht. Auch müssen Erzieher viel Zeit für die Vorarbeit investieren. Es müssen genügend Informationen eingeholt werden, Absprachen mit Kindern, Eltern und Kitaleitung getroffen werden und gegebenenfalls Raum geschaffen werden für das tierische Zuhause. Wenn das Tier dann da ist, stellt sich auch die Frage, wer die Verantwortung über die Ferien und das Wochenende übernimmt. Wer fährt in die Kita zum Füttern? Wer nimmt es mit nach Hause? Gibt es Eltern, die sich bereit erklären?

Contra: Kinder als mögliche Gefahr für Tiere in der Kita
Kindern wollen Tieren nicht bewusst weh tun, aber trotzdem können sie eine Gefahr für sie darstellen. Kinder sind laut, toben viel und können beim Tier einen gewissen Stresspegel hervorrufen. Gerade wenn der Käfig in der Gruppe steht. Da sollte zumindest darauf geachtet werden, dass das Tier nicht direkt zugänglich ist für die Kinder. Oft packen Kinder die Tiere falsch an, sind zu grob, werden zu sehr geknuddelt und überfüttert, weil jedes Kind es füttern möchte. Das verhindert eine gerechte Haltung der Tiere. 

Gute Alternativen zur Tierhaltung in der Kita
Wenn man Du Dich gegen ein Tier in der Kita entscheidest, gibt es gute Alternativen, um Deinen Kindern trotzdem Tiere näher zu bringen. Du könntest Tage einführen, an denen Erzieher oder Eltern ihre Tiere zu Besuch mit in die Gruppe bringen können. So können Kinder Tiere erleben ohne dass man die gesamte Verantwortung für die Haltung auf sich nimmt. Auch Ausflüge in Tierheime oder Streichelzoos können Kinder begeistern. Es gibt viele Wege, Kindern ein tierisches Vergnügen zu bereiten.

Tiere in der Kita? Ja oder nein? Der Umgang mit Tieren tut der Entwicklung von Kindern gut, ist aber in der Praxis nicht leicht umzusetzen. Aber wenn Du fest dahinter stehst und Du die zusätzliche Arbeit gerne auf Dich nimmst, kann ein Tier eine schöne Bereicherung für deine Gruppe sein!

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Von Charlotte Koep

Studierte Pädagogin mit journalistischem Spürsinn.

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