10 Dinge, die man bei der Eingewöhnung beachten sollte

Mal ehrlich: Wie läuft die Eingewöhnungsphase in Deiner Einrichtung ab? Immer nach dem gleichen Prinzip, das sich bewährt hat – wie es zumindest die Kollegen meinen? Da diese Zeit für Kinder und Eltern entscheidend ist, um Vertrauen zu Erziehern und der Kita aufzubauen, solltet Ihr regelmäßig kritisc prüfen, ob sich an der Eingewöhnung etwas optimieren lässt. Diese Do’s und Don’ts-Checkliste hilft Dir dabei.

Diese fünf Tipps solltet Ihr unbedingt bei der Eingewöhnung beachten:

#1: Gefühle und individuelle Situation ernst nehmen
Für Eltern und Kinder ist es meist ein schwerer Moment: Sich zum ersten Mal in der Einrichtung verabschieden, die Aufsichtspflicht in die Hände der Erzieher geben, sich komplett von (noch) Fremden betreuen lassen. Schmerz und Tränen sind in vielen Fällen vorprogrammiert. Damit Du nicht ganz unvorbereitet bist, kläre am besten ein paar individuelle Aspekte vorher: Wurde das Kind bereits fremdbetreut (Großeltern, Babysitter o.ä.)? Ist der Elternteil vielleicht alleinerziehend, die Bindung daher nochmal etwas anders? Vertröste die Eltern nicht mit einem lapidaren „Das läuft schon“ und schiebe sie schnellstmöglich aus der Tür. Lass auch die negativen Gefühle zu, aber gib den Eltern gleichzeitig positive Signale, damit sie sich schnell lösen können.

#2: Vertrautheit für das Kind schaffen
Damit das Kind ab dem ersten Tag in der Einrichtung ein Stück zuhause findet, müssen die Eltern an einiges denken. Mit einer Liste sorgst Du dafür, dass sie nicht nur an Windeln und Wechselklamotten denken. Für die Eingewöhnung sind vertraute Freunde wie Stofftier oder Kuscheldecke unersetzlich. Damit kannst Du die Kinder gut ablenken. Beim Trösten hilft ebenso ein kleines Fotoalbum mit Bildern der wichtigsten Bezugspersonen (kann auch einfach ein laminiertes Blatt mit Fotos sein). Je nach Alter des Kindes könnt ihr den Garderobenplatz gemeinsam bestücken oder ein Foto des Kindes im Gruppenraum aufgehängen. So wird das Kind durch die Zugehörigkeit zur Gruppe gestärkt.

#3: Bezugserzieherin festlegen
Klärt vorab im Team, welcher Erzieher sich um welches Kind in der Eingewöhnung kümmert. Von Anfang an sollten die Kleinen sich auf eine Person mehr einlassen können, bevor sie mit der ganzen Einrichtung warm werden. Auch als Ansprechpartner für die Eltern ist das entscheidend – denn es werden viele Fragen kommen. Deshalb ist der Bezugserzieher ebenso dafür da, das Kind genau zu beobachten, seine Signale schnell deuten zu lernen und zu reagieren.

#4: Ablauf in Phasen aufteilen
Das Berliner Infas-Institut gibt Anregungen für ein kindgerechtes Eingewöhnungskonzept. Dazu gehört neben der Achtsamkeit die Einteilung in konkrete Phasen, die dann nach einem individuellen Zeitplan ablaufen. In der „Schnupperphase“ kommt das Kind mit einem Elternteil in die Einrichtung, sie werden in den Tagesablauf eingebunden. Der Bezugserzieher nimmt ersten Kontakt auf, die Eltern halten sich bereits möglichst zurück. Darauf folgt nach etwa vier Tagen bis einer Woche die Trennungsphase. Die Eltern verabschieden sich, ziehen sich für eine gewisse Zeit zurück, bleiben jedoch in der Nähe. Die Bezugserzieher sind ganz für das Kind da, holen eventuell die Eltern zurück, wenn es nicht anders geht. In der Schlussphase werden die Trennungszeiten länger. Das Kind kann an den Mahlzeiten teilnehmen, während die Eltern die Einrichtung ganz verlassen.

#5: Wartezeit für die Eltern versüßen
Geteiltes Leid, ist halbes Leid. Gibt es mehrere Kinder in der Eingewöhnung, versuche doch die Eltern zusammenzubringen. Während der Trennungsphase können sie zusammen einen Kaffee trinken gehen und sich über diesen emotionalen Schritt austauschen. Vielleicht gibt es Kooperationspartner wie ein Generationen-Café oder Euer Träger hat entsprechende Räumlichkeiten, wo die Eltern warten können. So fühlen sich auch die neuen Eltern schnell zuhause in der Elternschaft und knüpfen wichtige Kontakte untereinander.

Und diese fünf Dinge solltet Ihr lieber nicht bei der Eingewöhnung machen:

#1: Fehlende Kommunikation mit den Eltern
Wenn die Eltern schon ängstlich zur Eingewöhnung erscheinen, weil sie eigentlich gar nicht wissen, was gleich abläuft, ist das für alle ein denkbar schlechter Start. Den Ablauf bzw. die Eingewöhnungsphasen daher am besten schriftlich mit der „Mitbring-Liste“ austeilen. Während der Eingewöhnung sollten Eltern ebenfalls ausführlich informiert werden, wie das Kind reagiert, welche Fortschritte es macht oder ob es die Eltern eben doch noch etwas länger in der Nähe benötigt. Unsichere Eltern tragen meist nicht dazu bei, die Eingewöhnung für das Kind zu erleichtern.

#2: Die Eingewöhnung kurz halten
Es ist klar: Eingewöhnungen sind aufwändig und anstrengend, vor allem wenn gleich mehrere neue Kinder auf einmal kommen. Das ganze Team muss zusammenhalten, um der Bezugserzieherin den Raum für die Eingewöhnung zu geben. Da wäre es selbstverständlich praktisch, wenn die Phase nicht zu lange dauert. Aber das hängt eben vom Kind (und manchmal auch von den Eltern ab). Nicht immer sind die Kleinen nach ein bis zwei Wochen integriert. Manchmal kommt eine Krankheit dazwischen und es dauert ganze sechs Wochen. Selbst wenn das Dein Team vor große personelle Herausforderungen stellt, erzwingt keine übereilten Trennungen.

#3: Das Kind nicht trösten
Das soll keine Anklage sein, jedoch berichten Eltern immer wieder davon, dass ihre Kinder in der Trennungsphase nicht genug oder gar nicht getröstet werden. Dieser Prozess ist entscheidend, damit das Kind eine Bindung zu den Erziehern aufbauen kann. Halt und Sicherheit geben, auf den Arm nehmen, etwas weinen lassen, aber dann ablenken. In einem nächsten Schritt können ebenfalls die anderen Kinder dabei helfen, durch gemeinsames Spielen die Situation zu lockern. Finde heraus, was bei jedem einzelnen Kind am besten hilft.

#4: Erwarten, dass immer alles glatt läuft
Rechne stets damit, dass die Eingewöhnung nicht geradlinig verläuft. Obwohl es anfangs super geht, kann irgendwann ein extremer Trennungsschmerz beim Kind einsetzen, den Du auffangen können solltest – auch nach der Eingewöhnung. Selbst wenn es im Kita-Alltag hektisch zugeht, musst Du Geduld aufbringen für die Nöte jedes einzelnen Kindes. Anderenfalls können sowohl Eltern wie Kinder das Vertrauen verlieren.

#5: Ständiger Wechsel der Bezugserzieher
Schwangerschaft, Jobwechsel, Krankheit … Es gibt viele Gründe, warum nicht alle Kinder ihre gesamte Kita-Zeit mit dem Bezugserzieher verbringen können. Für gerade eingewöhnte Kinder sollte jedoch eine Vertretung gefunden werden, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht direkt wieder ausfällt. Stress und Unsicherheit können die Folgen sein, wenn ein Kind direkt mit zu vielen Bezugspersonen konfrontiert wird bzw. gar nicht die Chance hat, sich auf feste Erzieher wirklich einzulassen.

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