Krankheiten in der KiTa: Krätze

Es juckt, es zwickt, es beißt… Nicht bloß auf der Kopfhaut, sondern auf dem gesamten Körper… Krätze! Was bei der Erkrankung wichtig ist und wie man vorgeht, wenn man sich angesteckt hat, erfahrt ihr hier!

Was ist Krätze?

Krätze, deren wissenschaftlicher Name Skabies ist, ist ein ansteckender Hautausschlag, welcher durch die sogenannten Krätzmilben ausgelöst wird. Ähnlich wie bei einem Kopflausbefall gefährden diese Parasiten die Gesundheit nicht akut, sind aber extrem lästig und unangenehm.

Mit ihren 0,3 bis 0,5mm großen Körpern sind die Krätzmilben für das menschliche Auge kaum sichtbar. Die Parasiten nisten sich in die oberste Hautschicht des Menschen ein, wo die Weibchen täglich mehrere Eier legen. Die Lebenszeit von Krätzmilben beträgt in etwa vier bis acht Wochen.

Der charakteristische Hautausschlag wird durch die Ausscheidungen der Krätzmilben ausgelöst.

Symptome:

Krätze wird zunächst durch ein Brennen und Jucken der Haut bemerkt. Die Hautregionen, die am meisten von den Krätzmilben befallen sind, sind meistens die Zwischenräume von Fußzehen und Fingern, Knöchel, Handgelenke, Achseln, Brustwarzen, Ellenbogen und Genitalien. Bei Kleinkindern sind außerdem häufig der behaarte Kopf, Hand- und Fußflächen, sowie das Gesicht betroffen.

Besonders stark wird dieser Juckreiz in der nächtlichen Wärme des Bettes.

Die schwer mit dem bloßen Auge erkennbaren Milbengänge unter der Haut des Menschen, sind typisch für einen Krätzbefall. Auf diese reagiert die Haut nach einer gewissen Zeit mit Reaktionen wie Pusteln, stecknadelgroßen Bläschen oder roten Knötchen.

Eine weitere Problematik bei Krätze stellen die aufgekratzten Verletzungen der Haut dar, da sich diese eitrig entzünden können.

Bleibt ein Krätzmilbenbefall über längere Zeit unentdeckt, kann sich als Reaktion auf die Ausscheidungen der Milben ein großflächiger allergischer Hautausschlag entwickeln.

Wege der Übertragung:

Krätze kann auf mehrere Arten übertragen werden: 

Von Mensch zu Mensch

Sobald jemand Krätzmilben am Körper trägt, ist diese Person ansteckend und kann die Krankheit weitergeben. Daher ist die Übertragung der Parasiten vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie der KiTa kaum zu vermeiden. Da sich die Erkrankung erst nach einigen Wochen bemerkbar macht, können Patienten in der Zeit bis dahin jede Menge anderer Menschen anstecken.

Von Tier zu Mensch

Tiere werden von anderen Milben befallen als wir Menschen. Zwar können diese gelegentlich dennoch auf den Menschen übergehen, allerdings sterben sie auf unserer Haut schnell von alleine ab. Die dadurch entstehenden Hautreizungen verschwinden also auch von selbst!

Über Gegenstände oder Kleidung

Die Krätzmilben können außerhalb der Haut des Menschen noch für etwa zwei Tage in Bettwäsche oder Kleidung überleben. Jedoch geschieht die Übertragung der Milben durch gemeinsam genutzte Bettwäsche, Möbel oder Kleidung sehr selten.

Weitere mögliche Ansteckungsmöglichkeiten:

Da die Krätzmilben in den aller meisten Fällen durch Körperkontakt übertragen werden, tritt diese Erkrankung neben Gemeinschaftseinrichtungen wie KiTa oder Seniorenheime bei engen Freunden, Familienmitgliedern und Sexualpartnern auf.

Was tun, wenn Krätze vermutet wird?

Niemand, der dich mit Krätze angesteckt hat, kann etwas dafür! Es liegt weder an mangelnder Körperhygiene noch an mangelnder Hygiene in Kindergarten oder zu Hause. Dennoch bleibt ein fahler Beigeschmack, schließlich juckt der ganze Körper und der Ausschlag sieht nun wirklich nicht schön aus.

Folgende Punkte können daher beachtet werden:

  • Wird ein Krätzmilben-Befall vermutet, sollte unbedingt ärztliches Fachpersonal aufgesucht werden. Dieser kann dann Salben verschreiben, die den Juckreiz lindern und die Parasiten abtöten.
  • Die Behandlung mit den Salben sollte unbedingt an allen im Haushalt lebenden Personen durchgeführt werden, selbst, wenn diese noch keine Symptome aufzeigen. Wie bereits erwähnt, dauert es eine Weile, bis die Krätze Symptome zeigt.
  • Um sich beim Kratzen nicht zu verletzen, sollten die Nägel möglichst kurz geschnitten werden
  • Bettwäsche, Unterwäsche, Kuscheltiere und Handtücher sollten während der Behandlung bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • Polstermöbel regelmäßig absaugen!
  • Während der Behandlung sollten Kinder nicht in die KiTa oder Schule gehen und Erwachsene ebenfalls zu Hause bleiben.
  • Der Körperkontakt zu Erkrankten Personen sollte möglichst vermieden werden. Falls das beispielsweise beim Wickeln nicht möglich sein sollte, sollten Einmalhandschuhe und lange Ärmel getragen werden.

Wie lange ist eine Person mit Krätze ansteckend?

Schon bevor erste Krankheitszeichen an betroffenen Personen auftreten, ist Krätze bereits ansteckend. Diese Ansteckungsgefahr geht von der betroffenen Person so lange aus, wie sich die Milben unter der Haut befinden. Ansonsten treten die Beschwerden erst nach zwei bis fünf Wochen auf, bei einer Wiederansteckung bereits nach ein bis vier Tagen.

Können Vorbeugungen getroffen werden?

Dadurch, dass die Milben lange Zeit unbemerkt in der Haut leben, bevor die Symptome auftreten, können kaum Schutzmaßnahmen im Vorfeld ergriffen werden. Weiß man allerdings von betroffenen Personen, sollte die nächsten fünf bis sechs Wochen engen Körperkontakt mit dieser Person meiden. Außerdem sollte auf Krankheitszeichen, die auf Krätze hindeuten könnten, beobachten. Es sollte umgehend ärztliches Fachpersonal aufgesucht werden, sobald Krankheitszeichen auftreten.

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