Durchgefallen! Magen-Darm-Erkrankungen in der Kita

Brech, kotz, würg … Wenn der nächste Magen-Darm-Infekt anrollt, sind Erzieher in Alarm-Bereitschaft: Schon bei ersten Anzeichen muss gehandelt werden. Meist ist der Ablauf unliebsame Routine: Kranke Kinder versorgen und abholen lassen, für zusätzliche Hygiene sorgen, die geschrumpften Gruppen zusammenlegen und hoffen, dass sich nicht zu viele Kollegen anstecken. Doch was, wenn die Eltern noch diskutieren wollen? Wie können sie für die verschiedenen Magen-Darm-Krankheiten sensibilisiert werden?

Standhaft bleiben, wenn Eltern motzen
„Ach, das bisschen Durchfall und deshalb mindestens drei Tage zuhause bleiben?!“ Hast Du diese Elternreaktion auch schon mal gehört, wenn es um ernste Magen-Darm-Infekte ging? Da ist es nicht immer leicht, sachlich zu argumentieren, oder? In einigen Fällen hilft nur, strikt zu bleiben und auf den Aufnahmevertrag zwischen Träger und Eltern bzw. die dortigen Auflagen zu verweisen. Vor allem wenn bereits die Bestätigung vom Arzt vorliegt, dass andere Kita-Kinder aktuell Rotaviren o.ä. haben, sollten alle Eltern ein Einsehen haben. Wässriger Durchfall, eventuell begleitet durch andere Symptome, ist eben nicht vergleichbar mit einer Schnupfennase! Stellen sich Eltern trotzdem quer, bringt nur ein Arztbesuch Klarheit: Die Eltern legen ein Attest vor, das die Gesundheit des Kindes belegt.

Verständlich: Für die Eltern sind der Arbeitsausfall und die nötige Umplanung ätzend. Einige wollen nicht zu lang Urlaub nehmen oder sich krankschreiben lassen. Dabei gibt es eine Alternative: Müssen Eltern wegen eines kranken Kindes länger zuhause bleiben, steht ihnen das Kinderkrankengeld zu – vielen ist es nur zu umständlich, es zu beantragen.

Kranksein ist normal!
Um Eltern generell zu sensibilisieren und nicht immer wieder diskutieren zu müssen, kann sich ein spezieller Elternabend zum Thema Krankheiten lohnen. Harte Fakten überzeugen. So sagt zum Beispiel der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte: Bis zu zwölf Infekte pro Jahr sind bei Kleinkindern absoluter Standard. Ihr Immunsystem muss erst noch lernen mit Bakterien und Viren klar zu kommen. Eltern sollten regelmäßige Krankheitsfälle vor allem in der Herbst- und Winterzeit einplanen und Notfallpläne für die nötige Betreuung aufsetzen – damit sie im Ernstfall nicht „überrascht“ und überfordert sind.

Es gibt viele Materialien, die Eltern von offizieller Seite her informieren. Auch Zuhause müssen nämlich die hygienischen Standards stimmen, damit sich Krankheiten nicht noch mehr verbreiten. Sehr hilfreich sind beispielsweise die Hygiene-Tipps für kranke Kinder vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni-Klinik Bonn.

Hartnäckige Rotaviren
Obwohl viele Babys heute bereits gegen Rotaviren geimpft werden, zählt diese Erkrankung zu den häufigsten viralen Darminfekten bei Kindern. Laut Schätzungen sind bis zum Alter von drei Jahren etwa 90 Prozent der Kinder mit dem Keim in Berührung gekommen – nicht immer bricht die Erkrankung aus. Rotaviren sind hoch ansteckend, sogar bevor es bei den Betroffenen losgeht mit dem Durchfall und Erbrechen können sie die Viren übertragen. Auch wenn die Symptome abklingen, sind die Kinder noch ansteckend. Deshalb ist es sinnvoll, dass die wieder gesunden Kids länger zuhause bleiben.

Auf Flächen oder Spielzeug verteilt, halten sich Rotaviren lange, bis sie durch Berührung in Kontakt mit Menschen kommen. Kleine Verunreinigungen reichen, um gleich mehrere Kindergartenkinder anzustecken.

Gängige Symptome der Rotaviren:

  • wässriger Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Husten und Halsweh
  • Fieber

Hinweis: Bevor die erkrankten Kinder abgeholt werden, sollten sie viel trinken, um Dehydration zu vermeiden. Wenn ein Kind sehr starke Bauchschmerzen oder sogar Blut im Stuhl hat, die Eltern am besten direkt mit dem Nachwuchs zum Arzt schicken.

Was gilt beim Norovirus?
Wie bei den Rotaviren kommt es bei den Noroviren meist zu heftigem, schwallartigem Erbrechen und Durchfall. Die Erreger überleben längerfristig auf Flächen wie Türklinken oder im Toilettenbereich, können tiefen und hohen Temperaturen trotzen. Sogar im Wasser hält sich der Norovirus einige Zeit. Erkrankte zeigen die ersten Symptome bereits nach wenigen Stunden. Durch die hohe Ansteckungsgefahr ist eine Erkrankung meldepflichtig.

Oft geben die Bundesländer vor, welche Maßnahmen in Kitas mit infizierten Kindern und Fachkräften ergriffen werden sollen. Hier als Beispiel die Auflagen von Rheinland-Pfalz und NRW. Es wird zwar nicht dazu geraten, die Einrichtung direkt zu schließen, jedoch werden klare Anweisungen zur Hygiene und Desinfektion gegeben.

Lust auf neue Kita-Jobs? Hier geht’s zu den Job-Angeboten für Erzieher.

 

Categories:   News

Kommentare