Magen-Darm-Erkrankungen in der Kita

Magen-Darm in der Kita? Wenn sich der nächste Magen-Darm-Infekt ankündigt, sind Erzieherinnen und Erzieher in Alarmbereitschaft: Schon bei den ersten Anzeichen muss gehandelt werden. Was folgt, ist meist unliebsame Routine: Kranke Kinder betreuen und abholen lassen, für zusätzliche Hygiene sorgen, die geschrumpften Gruppen zusammenlegen und hoffen, dass sich nicht zu viele Kollegen anstecken. Was aber, wenn die Eltern noch reden wollen? Wie kann man sie für die verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen sensibilisieren?

Wichtig: Wenn ein Kind aufgrund einer Magen-Darm-Infektion erbricht oder Durchfall hat, muss der betroffene Bereich sofort gereinigt und desinfiziert werden, damit sich niemand ansteckt.

Welche Magen-Darm-Krankheiten bekommen Kinder?

Kinder können eine Vielzahl von Magen-Darm-Krankheiten bekommen, darunter:

  • Durchfall: Durchfall kann durch bakterielle oder virale Infektionen verursacht werden.
  • Norovirus-Infektion: Dies ist eine der häufigsten Ursachen für Durchfall bei Kindern und verursacht auch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
  • Magen-Darm-Grippe: Dies ist eine akute Erkrankung, die von Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen begleitet wird.
  • Lebensmittelvergiftung: Dies kann durch das Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln verursacht werden.
  • Reizdarmsyndrom: Dies ist eine Funktionsstörung des Darms, die zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall führen kann.
  • Appendizitis: Dies ist eine Entzündung des Appendix, die Schmerzen im rechten Unterbauch verursachen kann.

Es ist wichtig, dass Kinder, die an Magen-Darm-Krankheiten leiden, ärztliche Behandlung erhalten und der Kita fernbleiben.

Standhaft bleiben, wenn Eltern motzen

„Ach, ein bisschen Durchfall und dafür drei Tage zu Hause bleiben?! So krank ist mein Kind doch gar nicht“. Hast du diese Reaktion von Eltern schon einmal gehört, wenn es um schwere Magen-Darm-Infekte ging? Es ist nicht immer einfach, sachlich zu argumentieren, oder? In manchen Fällen hilft es nur, hart zu bleiben und auf den Betreuungsvertrag zwischen Träger und Eltern und die darin enthaltenen Bedingungen zu verweisen. Vor allem, wenn bereits die Bestätigung des Arztes vorliegt, dass andere Kita-Kinder aktuell Rotaviren o.ä. haben, sollten alle Eltern ein Einsehen haben. Wässriger Durchfall, eventuell begleitet von weiteren Symptomen, ist eben nicht mit einer Schnupfennase vergleichbar! Wenn sich Eltern dennoch querstellen, bringt nur ein Arztbesuch Klarheit: Die Eltern legen ein Attest vor, dass das Kind nicht mehr krank, sondern wieder gesund ist.

Verständlich: Für die Eltern sind der Arbeitsausfall und die nötige Umplanung ätzend. Ein krankes Kind zu Hause betreuen, ist zudem eine Herausforderung. Einige wollen nicht zu lang Urlaub nehmen oder sich krankschreiben lassen.

Dabei gibt es eine Alternative: Wenn Eltern wegen eines kranken Kindes länger zu Hause bleiben müssen, haben sie Anspruch auf Kinderkrankengeld, das sie bei ihrer Krankenkasse beantragen können – für viele ist der Antrag zu umständlich.

Kranksein ist normal! Magen-Darm auch

Um Eltern generell für das Thema Magen-Darm zu sensibilisieren und nicht immer wieder diskutieren zu müssen, kann sich ein spezieller Elternabend zum Thema Krankheiten lohnen. So sagt der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte: Bis zu zwölf Infekte pro Jahr sind bei Kleinkindern absolut normal. Ihr Immunsystem muss erst lernen, mit Bakterien und Viren umzugehen. Eltern sollten vor allem in der Herbst- und Winterzeit regelmäßige Krankheitsfälle einplanen und Notfallpläne für die notwendige Betreuung erstellen – damit sie im Ernstfall nicht „überrascht“ und überfordert sind.

Es gibt viele Materialien, die Eltern von offizieller Seite her informieren. Auch Zuhause müssen nämlich die hygienischen Standards stimmen, damit sich Krankheiten nicht noch mehr verbreiten. Sehr hilfreich sind beispielsweise die Hygiene-Tipps für kranke Kinder vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni-Klinik Bonn.

Alles andere als nur Magen-Darm: Hartnäckige Rotaviren in der Kita

Obwohl heute bereits viele Säuglinge gegen Rotaviren geimpft werden, zählt diese Erkrankung zu den häufigsten viralen Darminfektionen bei Kindern – vor allem in Kindertagesstätten. Man schätzt, dass bis zum dritten Lebensjahr etwa 90 Prozent der Kinder mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind – nicht immer bricht die Krankheit aus. Rotaviren sind hoch ansteckend, schon bevor die Erkrankung mit Durchfall und Erbrechen beginnt. Auch nach Abklingen der Symptome sind die Kinder noch ansteckend. Deshalb ist es sinnvoll, dass wieder gesunde Kinder länger zu Hause bleiben.

Auf Oberflächen oder Spielzeug verteilt, halten sich Rotaviren lange, bis sie durch Berührung mit Menschen in Kontakt kommen. Kleine Verunreinigungen reichen aus, um mehrere Kindergartenkinder gleichzeitig anzustecken. Deshalb gelten in Kindertagesstätten besondere Hygieneregeln.

Gängige Symptome der Rotaviren:

  • wässriger Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Husten und Halsweh
  • Fieber

Hinweis: Bevor die erkrankten Kinder mit Magen-Darm von der Kita abgeholt werden, sollten sie viel trinken, um Dehydration zu vermeiden. Wenn ein Kind sehr starke Bauchschmerzen oder sogar Blut im Stuhl hat, die Eltern am besten direkt mit dem Nachwuchs zum Arzt schicken.

Was gilt beim Norovirus in der Kita?

Noroviren verursachen wie Rotaviren meist heftiges, schwallartiges Erbrechen und Durchfall. Die Erreger überleben längere Zeit auf Oberflächen wie Türklinken oder im Toilettenbereich und können niedrige und hohe Temperaturen aushalten. Selbst im Wasser hält sich das Norovirus einige Zeit. Erkrankte zeigen bereits nach wenigen Stunden erste Symptome. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr ist eine Erkrankung meldepflichtig.

Oft geben die Bundesländer vor, welche Maßnahmen in Kitas mit infizierten Kindern und Fachkräften ergriffen werden sollen. Hier als Beispiel die Auflagen von Rheinland-Pfalz und NRW. Es wird zwar nicht dazu geraten, die Einrichtung direkt zu schließen, jedoch werden klare Anweisungen zur Hygiene und Desinfektion gegeben. Vor allem gilt immer Vorsicht: Denn Magen-Darm ist nich einfach nur Magen-Darm. Oft kann sich hinter einer scheinbar einfachen Erkankung viel mehr verbergen.

Wir hoffe, wir konnten Euch ein paar gute Tipps geben, wie Ihr mit Magen-Darm-Erkrankungen am besten umgehen könnt. In diesem Sinne: Bleibt gesund!

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Von rschulte

Ralf Schulte ist Texter, Redakteur, Creative Director, Marketingspezialist sowie Literatur-, Film- und Theaterwissenschaftler.

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