Chaos vorprogrammiert: Ein sarkastischer Blick auf nervige Angebote in der Kita

Seien wir doch mal ehrlich: Die Arbeit mit Kindern im Kindergartenalter bedeutet oft Chaos und kann wahnsinnig nervig sein. Jeder, der etwas anderes behauptet, lügt höchstwahrscheinlich. In der Kita gibt es bestimmte Aktivitäten, die sind so nervig, dass es kaum auszuhalten ist. Lasst uns mit einem Augenzwinkern einen Blick auf die schlimmsten Qualen werfen, denen wir Erzieher täglich ausgesetzt sind.

 

1. Kochen mit Kindern: Eine Erfahrung der besonderen Art

Wer die glorreiche Idee hatte, mit einer Horde von Kindern beispielsweise einen Obstsalat zuzubereiten, sollte einen Preis für den schwärzesten Humor erhalten. Kochen mit Kindern ist wie Zähneputzen mit Nutella im Mund – ein vollkommen sinnloses Unterfangen. Die Vorstellung, dass Kinder lernen, wie man gesunde Snacks zubereitet, ist ja ganz nett. Die Realität sieht aber so aus: Überall fliegen Apfelstücke durch die Luft, halb zermatschte Bananen werden zu Wurfgeschossen und am Ende sieht die Küche aus, als hätte ein Tornado gewütet. Und ich? Ich stehe mitten im Chaos, versuche vergeblich, die Kinder zur Ordnung zu rufen und muss später alles wieder aufräumen. Danke, aber: nein danke.

Ein Blick hinter die Kulissen: Obstsalat-Tag in der Kita

Nehmen wir mal den typischen Obstsalat-Tag. Alles beginnt damit, dass die Kinder voller Begeisterung die bunten Früchte betrachten. Doch kaum habe ich die ersten Apfelstücke verteilt, beginnt der Wahnsinn. Jedes Kind möchte das Erste sein, das schneidet und so wird aus einem einfachen Obstsalat-Projekt schnell ein Wettkampf. Die kleineren Messer, die für Kinderhände gedacht sind, verwandeln sich in gefährliche Werkzeuge, mit denen die Kleinen wild herumfuchteln. Man könnte meinen, sie würden es nur darauf anlegen, sich gegenseitig zu töten. Dann wird schon mal in das geschnippelte Obst genießt und ich frage mich, ob diese zusätzlichen „Gewürze“ den Salat wirklich verbessern.

Zudem endet der Versuch, Obst zu schneiden, oft in Tränen und kleineren Verletzungen, weil Messer für Kinderhände einfach nicht so cool sind. Förderung hin oder her. Gerade habe ich einem Kind erklärt, wie man sicher einen Apfel schneidet, da sehe ich aus dem Augenwinkel, wie ein anderes Kind versucht, das Kind neben sich mit dem Messer zu schneiden. Dazu kommt die Banane, die mit der bloßen Hand zerdrückt wird. Währenddessen essen die Kinder mehr von den Zutaten, als dass sie im Salat landen würden. Standard bei Kindern: Schneiden, sofort essen. Ein Apfelstück für den Salat, zwei für den eigenen Mund.

Der Ernstfall: Ein Schnitt in den Finger

Doch der wahre Höhepunkt eines solchen Küchenprojekts ist der unvermeidliche Unfall. Ich bin gerade dabei, das Chaos zu überblicken, als plötzlich ein lauter Schrei ertönt. Ein Kind hat sich in den Finger geschnitten. Während alle anderen Kinder unbeirrt und vor allem unbeholfen weiter mit ihren Messern hantieren oder sich gegenseitig die Apfelstücke wegnehmen, muss ich das verletzte Kind verarzten. Ich eile zum Erste-Hilfe-Kasten, versuche gleichzeitig, den Blutfluss zu stoppen und das Kind zu beruhigen. Die anderen Kinder nehmen dies kaum wahr und setzen ihre kulinarischen Abenteuer fort, als wäre nichts geschehen. Ein Albtraum in Echtzeit.

Der unvermeidliche Schlussakt

Am Ende der Kochsession sieht die Küche aus wie ein Schlachtfeld. Ich stehe mitten im Durcheinander und halte ein verletztes Kind im Arm. Gleichzeitig versuche ich, die übrigen Kinder zu beruhigen und zu ermahnen, nicht noch mehr Unordnung zu machen. Schließlich bleibt die Aufgabe, das ganze Durcheinander wieder aufzuräumen und ich frage mich, ob es nicht einfacher gewesen wäre, den Obstsalat selbst zu machen und den Kindern nur das Ergebnis zu präsentieren. Kochen mit Kindern in der Kita ist eine Erfahrung der besonderen Art, eine, die man nur mit einem gesunden Maß an Humor und viel Geduld übersteht.

2. Alle Arten von Wettkämpfen: Der Horror von „Wer ist der Schnellste?“

Wettkämpfe sind ein weiterer Klassiker unter den nervigen Kita-Aktivitäten. Ob Sackhüpfen, Eierlaufen oder Staffelläufe – die Idee, die Kinder zum sportlichen Wettbewerb zu motivieren, klingt in der Theorie super. In der Praxis bedeutet es Geschrei, Tränen und Verletzungen. Es gibt immer mindestens ein Kind, das sich ungerecht behandelt fühlt und ein anderes, das hinfällt und sich das Knie aufschlägt. Dann stehe ich da, verteile Tränen trocknende Taschentücher und Pflaster, während ich versuche, nicht verrückt zu werden vor lauter Geschrei. Außerdem gilt es den Rest der Truppe zu beruhigen. Yeah.

Die Planung eines Wettkampfes

Die Planung eines Wettkampfes beginnt schon mit der Schwierigkeit, die Kinder in Teams aufzuteilen. Jeder will der Schnellste sein, niemand will verlieren und das Drama beginnt. Sobald der Wettkampf startet, dauert es nicht lange, bis die ersten Tränen fließen. Irgendjemand fühlt sich immer benachteiligt und die kleinste Ungerechtigkeit wird mit einem Tobsuchtsanfall quittiert. Verletzungen sind an der Tagesordnung – sei es ein aufgeschlagenes Knie oder ein verstauchter Knöchel. Und das Schönste daran? Am Ende muss ich den völlig überdrehten Kindern erklären, dass es beim Wettkampf nicht ums Gewinnen, sondern um den Spaß geht. Jaaaa, ganz genau: Eine Botschaft, die natürlich niemand hören will und auch keiner einsieht.

3. Eltern-Kind-Bastelnachmittag: Das ultimative Chaos

Ein besonderes Highlight im Jahreskalender ist der Eltern-Kind-Bastelnachmittag. Eine Idee, die eigentlich super klingt: Eltern und Kinder verbringen gemeinsam Zeit und kreieren kleine Kunstwerke. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Umsetzung endet in einem chaotischen Durcheinander, bei dem die Kinder entweder völlig überfordert sind oder vor Aufregung durchdrehen. Die Eltern sind entweder Helikopter-Eltern, die alles besser wissen oder völlig hilflos und überlassen alles mir, der Erzieherin. Am Ende bin ich wieder diejenige, die alles aufräumen darf, während die Eltern glücklich mit ihren kleinen Kunstwerken und Kids nach Hause gehen.

Die hohen Erwartungen: Ein Desaster in der Entstehung

Der Bastelnachmittag beginnt meist mit viel zu hohen Erwartungen. Die Eltern hoffen auf eine harmonische Zeit, die Kinder auf ein Bastelabenteuer. Schon beim Betreten des Raumes spürt man die Anspannung in der Luft. Ich habe alles vorbereitet: Scheren, Kleber, Glitzer (wer hat dieses Zeug eigentlich erfunden?), Papier – alles liegt bereit. Die ersten Minuten verlaufen noch ruhig, doch bald zeigt sich das wahre Gesicht des Bastelnachmittags mit Kindern und ihren Eltern.

Helikopter-Eltern und hilflose Eltern: Ein Kontrastprogramm

Die Helikopter-Eltern wollen alles kontrollieren. Sie greifen sofort ein, korrigieren jede kleine Bewegung ihres Kindes und erklären ausführlich, wie der perfekte Stern oder das perfekte Herz auszuschneiden ist. Jeder Klecks Kleber wird genauestens überwacht und die Kinder stehen oft nur daneben, während die Eltern das eigentliche Basteln übernehmen.

Auf der anderen Seite gibt es die hilflosen Eltern, die keinen blassen Schimmer haben, was sie tun sollen. Sie überlassen alles mir, sodass ich nun plötzlich eine Gruppe von zehn Kindern betreuen und gleichzeitig die planlosen Eltern anleiten muss. Diese Eltern sitzen meist auf ihren Stühlen, schauen auf ihre Smartphones oder unterhalten sich gelangweilt über das Wetter, während ihre Kinder das Chaos perfekt machen.

Der soziale Albtraum: Stundenlang Smalltalk

Für mich als Erzieherin ist es eine Qual, sich über Stunden hinweg mit den Eltern unterhalten zu müssen. Smalltalk über die neuesten Erziehungsmethoden, die schulischen Leistungen der älteren Geschwister oder die letzten Urlaubserlebnisse sind an der Tagesordnung. Viele Eltern haben selbst keine Lust auf solche Veranstaltungen und lassen es mich spüren, indem sie sich distanziert und desinteressiert verhalten. Manchmal habe ich das Gefühl, in einem sozialen Minenfeld zu navigieren, in dem jeder falsche Schritt ein explosionsartiges Desaster auslösen könnte.

Das Bastelmaterial geht aus: Der Höhepunkt im Chaos

Wenn dann das Bastelmaterial ausgeht oder die Kinder anfangen, sich gegenseitig mit Farbe zu beschmieren, ist das Durcheinander perfekt. Ich sehe, wie der letzte Kleber verteilt wird, die letzten bunten Papiere gerissen und die Glitzerflaschen bis zum letzten Korn geleert werden. Kinder beginnen, sich gegenseitig zu ärgern oder sich in wilden Farbschlachten zu verlieren, während die Eltern entweder schockiert oder amüsiert zuschauen. Ich stehe mittendrin, versuche verzweifelt, das Chaos zu bändigen und gleichzeitig die Eltern zu beruhigen.

Das große Aufräumen: Allein gelassen im Durcheinander

Am Ende des Nachmittags sind die Eltern glücklich und stolz auf die kleinen Kunstwerke, die ihre Kinder (mit mehr oder weniger Hilfe) geschaffen haben. Sie verabschieden sich freundlich, nehmen ihre Kunstwerke mit und lassen meine Kollegen und mich in einem Raum zurück, der aussieht, als hätte ein Orkan gewütet. Papierfetzen, leere Kleberflaschen und Glitzerstaub sind überall verteilt. Ich, die den ganzen Nachmittag über versucht hat, den Terror in Grenzen zu halten, darf nun das gesamte Durcheinander aufräumen. Fair ist das nicht!

4. Gartenarbeit: Mini-Gärtner im Dreck

Die Idee, Kinder in die Gartenarbeit einzubeziehen, ist theoretisch fantastisch. Praktisch gesehen bedeutet es, dass ich den ganzen Tag damit verbringe, Erde und Matsch aus allen möglichen und unmöglichen Orten zu entfernen. Die Kinder lieben es, zu buddeln und zu pflanzen, aber ihre Vorstellung von Gartenarbeit ist meist chaotisch und destruktiv.

Die Realität des Pflanzens

Das Pflanzen von Blumen oder Gemüse beginnt mit viel Begeisterung. Die Kinder graben Löcher, verteilen Samen und gießen alles, was ihnen in die Quere kommt. Das Ergebnis ist eine unkontrollierte Gießorgie, bei der das meiste Wasser auf den Wegen und den Schuhen der Kinder landet. Erde wird großzügig verteilt und am Ende des Tages sind die Kinder schmutziger als jemals zuvor. Der eigentliche Garten sieht aus wie ein Schlachtfeld und ich frage mich, ob es nicht einfacher gewesen wäre, den Garten selbst zu pflegen.

5. Laternenbasteln: Kreativität im Dunkeln

Ein weiteres Highlight im Jahreskalender ist das Laternenbasteln für den Laternenumzug. In der Theorie ein wundervolles Projekt, das die Kreativität der Kinder fördert. In der Praxis bedeutet es, dass ich stundenlang Papier, Kleber und Kerzenreste vom Boden kratzen muss. Die Kinder sind begeistert bei der Sache, aber ihre Fähigkeiten im Basteln sind begrenzt. Das Ergebnis sind oft instabile Konstruktionen, die beim ersten Windstoß auseinanderfallen.

Die Vorbereitung und der Bastelprozess

Die Vorbereitung für das Laternenbasteln beginnt schon Wochen vorher. Ich muss Materialien sammeln, Anleitungen vorbereiten und die Kinder auf das Projekt einstimmen. Der Bastelprozess selbst ist ein Desaster. Denn natürlich wählen immer die untalentiertesten Kinder die schwierigsten Laternen aus! Die Folge? Kleber landet überall außer auf den Laternen, Papier reißt und die Kinder verlieren schnell die Geduld. Das Endprodukt ist oft eine fragile Laterne, die mehr Flickwerk als Kunstwerk ist. Beim Laternenumzug selbst zeigt sich dann das wahre Ausmaß des Durcheinanders, wenn die Laternen eine nach der anderen in sich zusammenfallen und die Kinder in Tränen ausbrechen. Die Alternative wäre hier nur, es von vornherein komplett selbst zu machen. Viele Kolleginnen sind schon zu dieser Praxis übergegangen. Aber sind wir doch mal ehrlich: 25 Laternen so ganz und gar komplett alleine zu basteln, ist auch kein Vergnügen.

Fazit: Liebesbrief an das Chaos im „nervigen” Kita-Alltag

Ja, es kann tatsächlich sehr, sehr nervig und anstrengend sein, das Chaos in der Kita im Griff haben zu müssen. Aber genau diese nervenaufreibenden Angebote und Aktivitäten machen den Kita-Alltag so einzigartig.

Ob Kochen, Basteln oder Wettkämpfe – der Wahnsinn ist vorprogrammiert. Eltern-Kind-Bastelnachmittage verwandeln sich in farbenfrohes Chaos, während Gartenarbeit in unkontrollierten Gießorgien endet. Und Laternenbasteln? Ein Desaster aus Kleber und Tränen.

Trotz allem Lärm und Durcheinander gibt es nichts Schöneres als das Lachen der Kinder. Am Ende des Tages bleibt die Gewissheit: Ich habe den besten Job der Welt – auch wenn er manchmal ziemlich nervt.

Welche Angebote und Aktivitäten führen bei Euch immer zu Chaos? Teilt Eure besten Stories auf Instagram- oder Facebook.

Von Manuela

Manuela kann als Erzieherin sehr gut mit Kindern, aber auch mit Texten.

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

Unser Alltag als Erzieher in Kitas ist wahrlich nicht langweilig. Weinen hier, Popo abputzen da und zwischendurch versuchen wir noch,…
Was es bei Erziehern auslöst, wenn Kinder zu spät abgeholt werden, ist Thema dieser neuen Alltagsanekdote. Denn: Zeit ist ein…
Schmuddelwetter in der Kita: Ist das noch Herbst oder schon Winter? Ganz egal. In den meisten Teilen Deutschlands bringen beide…

Categories:   Allgemein, Erzieher-News, Kita-Leben

Kommentare

Sorry, keine Kommentare erlaubt.