12 Dinge, die Ihr niemals den Eltern sagen solltet

Kommunikation mit Eltern ist immer wieder ein heikles Thema – schnell fühlen sich die Eltern auf den Schlips getreten, dabei teilen Sie selbst regelmäßig Kritik aus, auf die Du verzichten könntest. Es gibt jedoch berühmte Reiz-Sätze, die Du um des Frieden willen lieber vermeiden solltest. Wir haben die Top 10 zusammengestellt, mit einigen diplomatischen Alternativen.

1. Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Kind
Du hast schon viele Eltern und Kinder kommen und gehen gesehen, kennst die verschiedenen Entwicklungsphasen der Kleinen und weißt, wie schwer es für die Eltern mitunter sein kann. Sag Ihnen jedoch nicht ins Gesicht, dass sie die Zeit unbedingt genießen sollen, weil die Kids so schnell groß werden. Damit setzt Du sie nur unter Druck, Du solltest Ihnen nicht vorschreiben, was sie zu fühlen haben – vor allem wenn die Eltern gerade mal wieder eine harte Zeit durchmachen.

2. Ihr Kind hat bestimmt ADHS
Halte Dich zurück mit medizinischen Beurteilungen. Du kannst zwar Verhaltensauffälligkeiten feststellen und mit den Eltern darüber sprechen – aber Du solltest Sie dann zu Spezialisten schicken und keine Mutmaßungen anstellen. Gerade bestimmte „Labels“ wie ADHS stempeln Kinder ab und setzen bei den Eltern eine Spirale von Ängsten und Sorgen in Gang. Deshalb solltest Du nicht zu leichtfertig mit solchen Urteilen umgehen.

3. Sie sollten strenger mit Ihrem Kind sein
Erziehung ist keine Geschmackssache, es sollte immer um das Wohl des Kindes gehen. Aber wie Du schon in der Ausbildung an den vielfältigen pädagogischen Konzepten gemerkt hast: Es gibt viele, viele Stile der kindgerechten Erziehung. Wenn Du eher zu den strengeren gehörst, die Eltern jedoch zur antiautoritären Fraktion gehören, kannst Du Ihnen diese Diskrepanz nicht zum Vorwurf machen. Das Kind sollte natürlich akzeptieren, dass im Kindergarten eventuell andere Regeln herrschen als Zuhause – daran kannst Du mit den Eltern arbeiten. Aber um den Erziehungsstil an sich in Frage zu stellen, muss es gravierende Probleme geben.

4. Ihr Kind hat mich heute schon wieder geärgert
Über so eine Aussage werden sich die meisten Eltern sicher aufregen. Zum einen: Als professionelle Erzieherin solltest Du Dich nicht von den Kindern ärgern lassen – selbst wenn sie Dich mal zur Weißglut bringen, stehe darüber bzw. gibt Deinen Ärger nicht offen zu. Zum anderen solltest Du Dich mit solchen wertenden Kommentare zurückhalten. Wenn es wirklich Probleme gibt mit dem Verhalten eines Kindes, sollte das dokumentiert und ausführlich besprochen werden.

5. Dafür habe ich jetzt keine Zeit
Du kennst die Situation: Die Eltern kommen zwei Minuten vor der Schließzeit, machen ihr Kind im Schneckentempo bereit, um zu starten und wollen dann noch ein Feedback-Gespräch mit Dir führen. Du bist kaputt und willst nur noch in den Feierabend – trotzdem ist etwas kommunikatives Geschick nötig. Notiere Dir das Thema, über das Mutter oder Vater gern reden wollen, bitte sie am nächsten Tag früher zu kommen, damit ihr darüber sprechen könnt – oder mache bei komplexeren Themen einen Gesprächstermin aus. Verweise ggf. auch an die Kita-Leitung. Aber knall den Eltern nicht die Tür vor der Nase zu, indem Du sie barsch mit Zeitmangel in die Schranken weist.

6. Kann es sein, dass Sie überfordert sind?
Zu viel Offenheit ist ebenfalls heikel, wenn es darum geht, dass die Eltern total überfordert wirken: Sie kommen regelmäßig zu spät zum Abholen, das Kind ist nie wettergemäß angezogen, das Frühstücksbrot wird öfter vergessen … Auch das Verhalten des Kindes kann Dir zeigen, dass zu Hause der Haussegen schief hängt. Das können Umbruchsphasen sein, zum Beispiel wenn ein Geschwisterchen geboren wurde, ein Umzug ansteht oder die Eltern sich getrennt haben. Beobachte die Situation und schreite möglichst feinfühlig ein, wenn Du das Wohl des Kindes gefährdet siehst. Gebe dann lieber die Adresse einer Familienberatungsstelle weiter.

7. Sie sollten sich mehr Zeit nehmen für Ihr Kind
Der einjährige Junge tut Dir leid: Er ist der Erste, der morgens von seiner Mutter gebracht wird und der Letzte, der abends geholt wird. Seine Eltern haben sich – aus welchen Gründen auch immer – dazu entschieden, das Betreuungsangebot Deiner Kita voll auszunutzen. Das solltest Du nicht bewerten. Manche Eltern müssen viel arbeiten und es tut ihnen sehr leid, dass sie ihr Kind nicht früher abholen können. Sätze wie: „Ihr Kind fragt immer nach ihnen, wenn die anderen Kinder abgeholt werden.“ setzt die Eltern nur unnötig unter Druck und sorgt für Schuldgefühle.

8. Ich will mich ja nicht mit Ihnen streiten, aber …
Zugegeben, manchmal stimmt die Chemie zwischen Eltern und Erziehern einfach nicht. Wenn Du mit Ihnen sprechen musst, wirst Du schnell emotional, vielleicht sogar laut und gereizt. Zieh Dich aus der Schusslinie und bitte einen Kollegen oder sogar die Leitung über heikle Themen zu sprechen. Streitgespräche und hitzige Diskussionen solltest Du unbedingt vermeiden – vor allem, wenn andere Eltern und Kids in Hörweite sind.

9. Die anderen Kinder können es ja auch
Selbstverständlich gehört es zu Deinen täglichen Aufgaben, die Entwicklung der Kinder zu begutachten. Dabei helfen Vergleiche und Erfahrungen, manchmal verstellen sie jedoch die Sicht auf individuelle Bedürfnisse. Druck und Zwang sind meist kontraproduktiv, wenn ein Kind mit seinen Fähigkeiten etwas hinterher ist. Genauso wenig solltest Du den Eltern ein schlechtes Gewissen vermitteln und kommunizieren, dass mit ihrem Kind etwas total schief läuft. Sei erst einmal geduldig, sprech Dich mit Kollegen ab und gehe dann gut vorbereitet in ein Elterngespräch.

10. Dafür können wir keine Verantwortung übernehmen
Eltern brauchen das Sicherheitsgefühl wie ihre Kleinen. Bitte störe das Vertrauensverhältnis nicht durch bürokratische Aussagen wie diese, selbst wenn es rechtlich korrekt sein mag. Eltern wollen, dass die Erzieher Verantwortung übernehmen – ist das nicht möglich, erkläre ihnen die Hintergründe, um Verständnis zu schaffen. Die Eltern fühlen sich nicht so abgebügelt und mit ihren Sorgen ernst genommen.

11. Ihr Kind ist noch nicht bereit für die Kita
Es gibt sie immer wieder: Kinder, die sich in keiner Gruppe unterordnen können und wollen. Stattdessen treiben sie Erzieher die Verzweiflung. Manche Kinder haben bisher nur ihre Geschwister und ihre Eltern um sich herum gehabt und mussten sich keinen sozialen Regeln unterordnen. Auch die Eltern zeigen keine Bemühungen, ihren Kindern Regeln und den Umgang mit anderen Menschen beizubringen. Für Erzieher bedeutet das meistens viel Stress mit einem Kind und zusätzlichen Ärger mit den Eltern. Dennoch möchten auch diese Eltern nicht hören, dass Ihr Kind noch nicht bereit ist für das soziale Miteinander – auch wenn es vielleicht stimmt.

12. Wir sind nicht allein für die Ernähung Ihres Kindes zuständig
Bekommt mein Kind genug Vollkornprodukte in der Kita? Isst es zu viel oder zu wenig Fleisch? Sollten bestimmte Obstsorten vermieden werden? Eltern machen sich ständig Sorgen darüber, dass ihr Kind in der Kita nicht das Richtige zu essen bekommt. Dabei wird häufig vergessen, dass Kinder doch auch zu Hause essen, vor allem am Wochenende. Dass Eltern ebenso für die richtige Ernährung verantwortlich sind, möchten viele nicht hören. Deswegen lieber nett formulieren und darauf aufmerksam machen, dass die Ernährung in der Kita nicht den ganzen Tag abdeckt.

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