ErzieherInnen gesucht? 8 Tipps für die Personalsuche

„Wir suchen händeringend Erzieher!“ Diese Worte hören wir immer häufiger. Wenn es um die Pflege, Erziehung und Betreuung der Kinder geht, bedarf es qualifizierter Fachkräfte. Doch es fehlt einfach an genügend Erzieher/innen. Immer mehr Kitas, Verbände und Träger jammern und leiden unter dem Personalmangel. Wir verraten Euch in diesem Beitrag sieben entscheidende Tipps, die Euch bei der Personalsuche helfen werden. So vergrößert Ihr die Chance bei der nächsten Personalsuche, auch die passende Erzier/in zu finden.

Weshalb werden Erzieher so händeringend gesucht?

Erzieherinnen sind gefragter denn je, das ist Fakt. Und die Arbeitsmarktaussichten sind für Erzieher super. Tag für Tag kümmern sich Erzieherinnen in Verbänden, Horten und Kitas um Kinder – aktuell liegt die Zahl angemeldeten Kinder in Kitas und Horten bei über 3,5 Millionen – ein Wert, der verdeutlicht, wie groß der Arbeitsmarkt ist.
Fakt ist auch, dass der Markt stetig weiter wächst, aktuell sind an die 700.000 Erzieher beschäftigt und es fehlen lt. Institut der dt. Wirtschaft noch 215.000 weitere Erzieher! Der Fachkräftemangel ist in der Pflege, aber eben auch in Kitas und Betreuungen größer als jemals zuvor.

Länder wollen die Zahl der Kita-Plätze ausbauen, doch die Erzieher fehlen 

Der Bedarf wächst und so reagieren die Länder natürlich. In immer mehr Regionen ist davon zu hören, dass die Zahl der Kita-Plätze ausgebaut werden soll. Das klingt für Eltern und Kinder natürlich super, doch aufgrund des Personalmangels und der immer schwieriger werdenden Suche gestaltet sich dieses Vorhaben relativ schwer.
Dementsprechend gibt es viele Aspekte, die sich in den nächsten Jahren verändern müssen. Zum einen muss es den Kitas, den Bundesländern und dem Bund gelingen, den Job als Erzieher attraktiver zu gestalten. Damit gemeint sind natürlich zum einen die Bedingungen, aber auch an den Gehältern sollte sich etwas ändern. Im Bundesfamilienministerium scheint das Anliegen jedoch angekommen zu sein.

So ist ein Förderprogramm geplant, mit dem den Ländern bis zum Jahr 2022 mit 300 Millionen Euro unter die Arme gegriffen werden soll. Ziel ist es, mehr fachliche Kräfte für die Kitas zu gewinnen.

Gerade in den größeren Städten, also in den Ballungsräumen, ist der Bedarf am Größten.

Viele Kitas schauen in die Röhre und finden keine Erzieher

Es gibt deutschlandweit viele Kitas, die bei der Suche nach Erziehern in die Röhre schauen und keine geeigneten Mitarbeiter finden. Das hat natürlich verschiedene Gründe. Einerseits gibt es von Bundesland zu Bundesland mehr oder weniger Konkurrenz. Und andererseites jagen sich die Kitas mittlerweile die Erzieher gegenseitig ab. Wer einen Erzieher findet, verliert oft wieder einen anderen an die Konkurrenz.
Aber auch die Kitas selbst müssen sich mehr in die Verantwortung nehmen. Das Schalten von Anzeigen in der lokalen Zeitung ist zwar noch eine Möglichkeit, doch immer weniger Menschen lesen regelmäßig Printmedien. Dementsprechend wird es in Zukunft darum gehen, neue Wege zu bestreiten, sich selbst neu zu erfinden und das Internet stärker in die Personalsuche miteinzubeziehen.

Nachfolgend möchten wir Euch die wichtigsten Tipps und Möglichkeiten aufzeigen, mit denen Ihr die Chancen verbessert, um geeignete Erzieher für Eure Kita zu finden.

Die 8 besten Tipps, um neue ErzieherInnen zu finden

Tipp #1: Kostenpflichtige Jobbörsen – Pro & Kontra
Mit der gezielten Suche habt Ihr mit kostenpflichtigen Jobbörsen wie StepStone oder Monster die Chance, die Suche spezifischer zu gestalten. Auch hier ergeben sich natürlich wieder Pro & Kontra.

Die Vorteile: Gerade im Vergleich mit den Printmedien ist die Reichweite oft größer. Zudem erfolgt die Jobbörse deutlich genauer und es werden im besten Fall qualitativ erstklassige Erzieher angesprochen. Vor allem werden nur direkt Suchende angesprochen.

Die Nachteile: Allerdings gibt es und das ist bei kostenpflichtigen Jobbörsen ebenso zu erwähnen, eine Reihe von Nachteilen. Da wäre zum einen die Tatsache, dass die Kosten nicht zwangsläufig Früchte tragen und die Suche möglicherweise im Sande verläuft. Vor allem in Situationen wie jetzt, wenn der Arbeitsmarkt leer ist und kaum einer sucht. Außerdem kann eine Stellenanzeige oft sehr teuer werden.

Tipp #2: Kostenlose Jobbörsen – Pro & Kontra
Viele verteufeln sie, andere betrachten sie als tot und dennoch werden sie auch in Zeiten des ständigen Fortschritts millionenfach genutzt – die Rede ist von den kostenlosen Jobbörsen. Verwunderlich ist das nicht so wirklich – zumindest aus Sicht der Arbeitgeber. Auf kostenlosen Portalen ergeben sich natürlich Vor- und Nachteile.

Die Vorteile: Positiv aus Sicht der Kita ist beispielsweise die größere Streuung im Netz, die vorteilhaft sein kann. Darüber hinaus fallen keine Kosten an, was ebenso wichtig ist und nicht unterschätzt werden darf.

Die Nachteile: Nachteile gibt es aber ebenfalls und die überwiegen in der Regel. Gerade bei einer Kita ist es beispielsweise wichtig, eine klare Zielgruppe anzusprechen. Bei kostenlosen Jobbörsen fallen die Stellenanzeigen allerdings meist schnell runter und versinken auf diese Weise in der Bedeutungslosigkeit. Außerdem gibt es in Deutschland mittlerweile über 2.000 Jobbörsen. Die wenigsten davon werden überhaupt genutzt. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass erst einmal die passende Jobbörse gefunden werden muss. Aber, hey! Außer Zeit könnt Ihr nichts verlieren. (Ich weiß, Zeit ist kostbar in einer Kita)

Tipp #3: Google for Jobs – Pro & Kontra
Eine weitere Möglichkeit, um Erzieher zu suchen ist Google for Jobs – ein neues Tool von Google. Der hauseigene Stellendienst aus dem Hause ist noch nicht allzu lange auf dem Markt, allerdings gibt es durchaus Gründe, das Tool zu nutzen.

Die Vorteile: Zum einen ist Google for Jobs immer aktuell, veraltete Stellenanzeigen werden abgestraft. Darüber hinaus suchen immer mehr Menschen, gerade die jungen, über Google und daher ist Google for Jobs eine durchaus geeignete Alternative zu den klassischen Möglichkeiten. Das liegt auch daran, dass die Funktionsweise recht simpel gehalten ist, die Candidate-Experience ist höher und mit Filtern ist die Suche deutlich angenehmer. Übrigens: Google for Jobs ist noch kostenlos.

Der Nachteil: Ihr müsst hier erst einmal reinkommen. Entweder lasst Ihr Eure Stellenanzeige auf Eurer Webseite entsprechend optimieren oder nutzt eine Jobbörse, die für Google Jobs optimiert ist und Eure Stellenanzeige hier listen kann. Sobald dieser Job von Google gecrawlt wird, erscheint er an prominenter Stelle, sobald jemand nach einem Erzieher-Job sucht.

Googel for Jobs SucheGoogel for Jobs Stellenübersicht

Tipp #4: Social Media & Online-Werbung
Social Media und Online-Werbung sind ebenfalls Möglichkeiten, um potenzielle neue Erzieher anzusprechen. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass die Online-Werbung gezielt geschaltet wird. Oder Ihr bewerbt auf Facebook oder Instagram Euer Stellenangebot bzw. Posting. Voraussetzung ist hierfür ist natürlich, dass Ihr mindestens ein Facebook Profil habt. Je nach Region und Zielgruppe könnt Ihr die Werbung so einstellen, dass Ihr die richtigen Leute ansprecht. Alternativ könnt Ihr auch eine Stellenanzeige bei LinkedIn oder XING aufgeben, wobei sich hier jedoch wenige Erzieher tummeln.
Alternativ könnt Ihr auch in Communitys (z. B. Kita-Jobs auf Facebook) oder Gruppen gehen und dort Euer Stellenangebot posten, sofern es erlaubt ist. Die meisten Communitys nehmen aber mittlerweile Geld dafür oder Ihr müsst vorher per Mail anfragen, ob sie so nett sind und Euer Gesuch reinstellen.

Wichtig: Wer bei Social Media Erzieher suchen möchte, sollte das Profil regelmäßig pflegen und optisch ansprechend gestalten. Mit der richtigen Aufmachung fühlen sich nicht nur jüngere Erzieher, sondern auch ältere angesprochen – daher ist Social Media durchaus eine Alternative.

Der Vorteil: In der richtigen Erzieher Community könnt Ihr gezielt die Personen ansprechen, die Ihr erreichen wollt. Leider gibt es nicht so viele größere Communitys.

Der Nachteil: Man sollte sich mit Social Media auskennen, sonst investiert man viel Zeit und Geld und findet nicht die Bewerber, die man ansprechen möchte. Außerdem müssen Social-Media-Auftritte gepflegt und regelmäßig gewartet werden. Und das heißt auch: Ihr müsst Inhalte in Form von News und Artikeln liefern. Wer hat Zeit?

Tipp #5: Google Ads – Pro & Kontra
Das Finden geeigneter Mitarbeiter und speziell von Erziehern kann natürlich auch über Facebook oder in Form von Google Ads erfolgen. Hier ist das mögliche Suchvolumen sehr hoch, die Kosten sind skalierbar und im besten Fall sprechen Sie genau die gewünschte Zielgruppe an.

Die Vorteile: Entweder schaltet Ihr eine Google Ads Anzeige für Eure Stadt und gebt hierfür ca. 0,50 bis 1,50 Euro für einen Klick auf Eure Stellenanzeige aus. Das ist recht günstig und man weiß, was man für sein Geld bekommt.

Google Ads Anzeige

Der Nachteil: Je mehr Kitas und Träger in einer Stadt Google Ads nutzen, um Erzieher zu suchen, desto teurer wird es. Denn die besten Plätze sind denjenigen vorbehalten, die am meisten augeben. Ist Euer Gebot zu niedrig, erscheint Eure Google Ads Anzeige erst gar nicht. Beispiel: Ihr wollt nur 0,50 Euro für einen Klick bezahlen, aber die Konkurrenz sogar 2 Euro, 1,50 Euro und 1,20 Euro. Ihr müsst also mehr als 1,20 Euro bezahlen, damit Eure Anzeige sichtbar wird.

Tipp #6: Headhunter und Personalagenturen
Eine weitere Möglichkeit für Kitas ist das Nutzen von Headhuntern und Personalagenturen.

Der Vorteil: Headhunter gehen gezielt vor und können zielführender für Euch suchen. Allerdings sind die Kosten für Headhunter sehr hoch, weshalb sich die Suche über diese Verfahrensweise in der Regel eher nicht lohnt. Personalagenturen sind dagegen durchaus eine attraktive Lösung und werden heutzutage auch zunehmend häufiger für die Mitarbeitersuche genutzt. Wichtig ist, dass keine allgemeine Personalagentur beauftragt wird, sondern eine, die sich am besten auf Erzieher spezialisiert hat.

Der Nachteil: Die Kosten für Headhunter und Personalagentur kann manchmal den drei- oder vierfachen Lohn eines Erziehers kosten. Außerdem stehen Bewerber gegenüber Headhunter und Personalagenturen skeptisch gegenüber, da diese am Anfang nicht sagen, für wen sie suchen und wie diese Kita heißt. So muss sich der Bewerber auf die Aussagen des Personalers verlassen. Ein weiterer Knackpunkt: Headhunter haben selten die Datenbank voller williger Erzieher, die nur darauf warten, vermittelt zu werden. So müssen auch diese Personaler viele Anzeigen aufgeben und viele ErzieherInnen ansprechen, bis sie endlich jemanden gefunden haben. Diesen Aufwand lassen sich die Agenturen natürlich gut bezahlen.

Tipp #7: Eine Webseite für Eure Kita!

Viele städtische Kitas oder gemeinnützige Kitas haben gar keine eigene Webseite, sondern laufen auf der Webseite ihres Trägers irgendwie mit. Das ist fatal, gerade für die Jobsuche. Denn sobald Ihr eine Stellenanzeige schaltet, die für Bewerber interessant ist, gehen diese als erstes auf Eure Webseite, um sich mehr darüber zu informieren. Wenn die Webseite veraltet ist und eher lieblos gestaltet, ist das erst einmal abschreckend. Auch alte Fotos oder lieblose Texte machen den Bewerber mehr Angst, als Hoffnung.

Keine eigene Webseite zu haben, ist aber auch keine Lösung. Wer nach einer Kita googelt und gar nichts findet, sucht auch nicht weiter. Vor allem wirkt das sehr unprofessionell – und dabei ist es egal, welcher gemeinnütziger Träger dahintersteckt.

Tipp #8: Kita-Jobs nutzen, weil hier die ErzieherInnen sind

Kita-Jobs ist keine Standard-Jobbörse. Statt darauf zu warten, dass ein/e Erzieher/in das Stellenangebote in unserer Jobbörse findet, gehen wir proaktiv vor. Das heißt: Wir bewerben die Erzieher-Stelle in unserer Facebook Community mit mittlerweile über 7.000 Fans, bewerben die Stellenanzeige bei über 500.000 Kita-Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und Schweiz und schalten zudem noch Online-Werbung wie z. B. Google Ads. Natürlich sind unsere Jobs auch bei Google Jobs gelistet. Man könnte auch sagen, dass wir Performance-Marketing machen – klingt gut, wirft aber in der Regel mehr Fragen auf. Letztendlich bieten wir eine Lösung zwischen Jobbörse und Headhunter.

Der Erfolg: Eine Standard-Stellenanzeige, die wir bewerben, wird rund 1.000 Mal aufgerufen – und zwar von Erziehern.

Der Vorteil: Wir zeigen nicht nur Jobsuchenden, sondern allen Erziehern, die Stellenanzeige. Somit erreichen wir auch die Wechselwilligen. Statt den üblichen 5-7 % an Erziehern, die suchen, erreichen wir ca. 29 % der Erzieher, die demnächst wechseln wollen.

Fazit
Der Jobmarkt für Erzieher sieht in Deutschland super aus … leider nicht für Kitas, Träger und Eltern, die dringend darauf angewiesen sind, dass Erzieher eingestellt werden können. Mittlerweile buhlen die privaten Kitas um die besten Erzieher, indem man ihnen Firmenwagen, Urlaubsreisen und viele andere Annehmlichkeiten bietet. Viele Kitas können mit dieser Konkurrenz nicht mithalten. Wenn nicht viele Erzieher/innen aus Idealismus weitermachen würden, müssten viele Kindergärten und Krippen jetzt schon geschlossen werden. Manche Träger haben die Suche nach Erziehern sogar schon aufgegeben, weil sie den anderen Kindergärten die Erzieher nicht klauen wollen – schließlich brauchen die ihre Erzieher genauso. Und dennoch hören wir immer wieder von vielen Erziehern die Frage: „Wo finde ich denn Stellen für Erzieher?“ Aus diesem Grunde ist es heutzutage noch wichtiger, online gefunden zu werden – sei es mit einer Webseite, einer Social-Media-Präsenz oder mit Events in der Stadt.

Sie haben Fragen zum Thema Personalsuche? Wir beraten Sie gerne. Fragen Sie uns einfach.

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Von Tina Kruemel

Tina ist die Text-Spezialistin und findet immer die richtigen Worte für jedes Thema

Categories:   Allgemein, Erzieher-News, Kita und Karriere

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