Wie Erzieher Sprachstörungen bei Kindern in der Kita erkennen

Sprachstörungen? Wo die Sprachauffälligkeit aufhört und die Sprachstörung beginnt, können oft nur Experten entscheiden. Doch in Deinem Erzieher-Alltag solltest Du ebenso feine Antennen für die Entwicklung des Sprechens bei den Kindern ausbilden. Schließlich ist die Sprache für die Kommunikation und die Fähigkeit sich klar auszudrücken entscheidend. Hat ein Kind damit Probleme, kann das Frust und Minderwertigkeitsgefühle produzieren. Auf folgende Punkte solltest Du daher achten.

Dauern die Auffälligkeiten an?
Wie bei der Bewegung sind nicht alle Kinder auf einem Entwicklungsstand, was die Sprache und das Sprechen angeht. Viele Auffälligkeiten „verwachsen“ sich schnell wieder. Doch wenn sie hartnäckig über viele Monate hinweg anhalten, kann eine Sprach- bzw. Sprechstörung vorliegen. Sollte das der Fall und das Kind bereits ein Alter von 4 ½ bis 5 Jahren erreicht haben, ist der Besuch bei einem Fachmann wie einem Logopäden sinnvoll. Manchmal liegt es aber auch an anderen Gründen. Wenn Kinder zum Beispiel schlecht hören, kann sich die Sprachfähigkeit nur schlecht entwickeln. Das kann nur ein Hals-Nasen-Ohrenarzt abklären.

Welche Auffälligkeiten gibt es?
Den meisten fällt sofort das Stottern oder Lispeln ein, aber es gibt auch andere Auffälligkeiten, die Du im Blick haben solltest. Darunter sind zum Beispiel:

  • Das Auslassen von Lauten: Bume statt Blume
  • Das Ersetzen von Lauten: Tatze statt Katze
  • Ein geringer Wortschatz
  • Falscher Satzbau und Wortbildungen
  • Schwierigkeiten beim Verständnis von Gesprochenem
  • Stummheit (Mutismus)

Wichtig: Sprachstörungen haben nichts mit der Intelligenz eines Kindes zu tun. Sie können je nach Umständen und Veranlagung bei allen Kindern auftreten.

Wie entwickeln sich Sprachstörungen?
Sprachstörungen können ihren Grundstein in der Familie haben, also von erblichen Ursachen (Krankheiten) herrühren. Es können auch psychologische Gründe dahinter stecken, wenn es zum Beispiel in der Familie Probleme wie Trennung oder Todesfälle gibt. Andere Kinder werden in ihrem Umfeld nicht genug zum Sprechen angeregt (ständig laufen beispielsweise Fernseher und Computer). Die Kids stammen aus einem mehrsprachigen Elternhaus oder haben schlechte Sprach-Vorbilder. In anderen Fällen sind es Fehlbildungen der Sprechwerkzeuge, Probleme mit dem Hören oder neurologische Störungen, die die Auffälligkeiten erzeugen. Auch Frühchen können im späteren Entwicklungstempo hinterherhinken.
Nur die individuelle Begutachtung durch einen Experten bringt im Einzelfall Klarheit – dazu müssen die Eltern mit ins Boot geholt werden. Leider reagieren Eltern schnell mit Leugnen oder Verharmlosung auf solche Themen. Deswegen solltet Ihr im Gespräch sehr sensibel und vorsichtig vorgehen.

Sprachförderung in der Kita
Natürlich kannst Du die Arbeit eines Logopäden nicht ersetzen, aber im Kindergarten dafür sorgen, dass die Kinder zum Sprechen angeregt werden, ihren Wortschatz erweitern und Spaß an der Sprache entwickeln. Dazu gehört das regelmäßige Vorlesen von immer wieder neuen Geschichten ebenso wie Rollenspiele, Sprechen mit Stofftieren und Handpuppen, Betrachten und Erklären von Bildern oder Gegenständen sowie Anregungen zum Fragen stellen. Die Sinne können durch Musik, Betasten, Essen oder Bewegung animiert werden – danach ist es wichtig, über das Erlebte zu sprechen.

Lesetipp: „Was Erzieherinnen über Sprachstörungen wissen müssen – Mit Spielen und Tipps für den Kindergarten“, Ernst Reinhardt Verlag 2005, Kapitelübersicht hier: http://reinhardtverlag.de/pdf/inhalt01753.pdf

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Von Mirjam Blake-Miethe

Medienwissenschaftlerin, Texterin, Journalistin, Träumerin

Categories:   Erzieher-News, Gesund in der Kita

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