Vorsicht! Kind beißt!

Wenn Kinder ihre „animalische“ Seite zeigen und andere die Biss-Spuren davon tragen, sind Erwachsene oft überfordert. Mit dieser Art der Aggression können viele Eltern nicht umgehen – die Eltern des beißenden Kindes sowenig wie die Eltern der Gebissenen. Und wie ist es mit den Erziehern? Wie kriegst Du diese „Beißer“ unter Kontrolle und beruhigst die irritierten Eltern? Wir haben ein paar Anregungen zum Thema beißende Kinder für Dich.

Gründe für’s Zubeißen
Gerade Kleinkinder können sich noch nicht differenziert ausdrücken. Die diskutieren nicht, wenn sie mit einer Situation nicht klarkommen – sie regeln das körperlich. Das macht es umso schwerer, die eigentlichen Gründe für das Beißen herauszufinden. Keine Frage: Du musst je nach Situation, Kind, Entwicklung und Gruppenkonstellation bewerten. Hier haben wir einige häufige Gründe aufgeführt.

  • Das Kleinkind bis zwei Jahre testet aus, was es mit seinem Mund alles tun kann.
  • Das Kind ist müde, überreizt, trotzig oder will Aufmerksamkeit.
  • Das Kind bringt Gefühle wie Frustration, Ärger, Aufregung zum Ausdruck.
  • Das Kind fühlt sich bedrängt oder reagiert auf die Aggression von anderen.
  • Das Kind hat verunsichernde Ereignisse erlebt wie einen Umzug oder die Geburt eines Geschwisterchens.
  • Das Kind bekommt von den Eltern zu viele oder zu wenige Regeln aufgezeigt.

Wie mit beißenden Kindern umgehen?
Körperliche Konfliktlösung ist im Kindergarten oft alltäglich. Gerade Kleinkindern muss die Selbstkontrolle mit viel Nachsicht erst beigebracht werden. Sie können nicht geduldig auf das begehrte Spielzeug warten oder friedlich darüber verhandeln. Trotzdem solltest Du Bisse nicht tolerieren oder den Eltern sogar verschwiegen. Ein klares „Nein“ oder „Stopp“ verdeutlicht dem Kind die Grenzüberschreitung. Du vermittelst ruhig, dass Beißen nicht okay ist und das gebissene Kind sich nun schlecht fühlt. Zeige dem Kind andere Verhaltensweisen auf – ohne Strafen, ohne Härte, ohne Schimpfen. Rede auch nicht abfällig vor anderen (Eltern, Erzieher) über den Fehltritt.

Die Lösung solcher Konflikte ist immer individuell vom Kind abhängig. Manche brauchen eher Verständnis und Nähe, andere werden durch Körperkontakt noch aggressiver.

Bisswunden versorgen
Und das „Opfer“? Das braucht natürlich Aufmerksamkeit und Trost – es sollte in diesem Moment im Mittelpunkt stehen und nicht der Beißende. Bei sichtbaren Verletzungen der Haut am besten die Stelle mit Wasser abwaschen und ein Desinfektionsmittel verwenden. Tritt sogar Blut aus der Wunde, sollten die Eltern lieber zum Kinderarzt gehen, ansonsten kann es zu Entzündungen kommen. Manchmal wird ein Antibiotikum verabreicht.

Beunruhigte Eltern aufklären
Bisswunden am eigenen Kind zu sehen, ist für viele Eltern ein Schock. Sie sind empört und wollen schnelle Lösungen, manchmal sogar harte Strafen. Dabei haben sie mitunter das Gefühl, dass die Kita sich nicht genug darum kümmert. Sie wollen nicht hören, dass das Beißen meist ein normales, entwicklungsbedingtes Verhalten darstellt. Da im Alltag zwischen Tür und Angel nur selten Zeit für ein aufklärendes Gespräch ist, kann ein bereits vorbereitetes Infoblatt oder ein ganzer Eltern-Infoabend hilfreich sein. Die Eltern merken: Das Thema wird ernst genommen.

In einem Brainstorming können die Gründe für das Beißen gemeinsam erarbeitet werden. Richtig anschaulich ist ein Rollenspiel, bei dem die Eltern in die Konfliktsituationen zwischen Kindern eintauchen. Aber es ist auch wichtig darüber zu sprechen, was zu tun ist, wenn das Beißen eben keine Phase bleibt: ständiger Austausch mit Erziehern, Kontakt zum Kinderarzt und bei sehr auffällig aggressivem Verhalten ein Gespräch mit einem Kinderpsychologen.

Selbstreflexion bei vielen Beißern
Manchmal schadet es nicht, wenn das Kita-Team sich bei häufigen aggressiven Konflikten berät. Auch der Betreuungsschlüssel, ein hektischer Tagesablauf, mangelndes Platzangebot, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, eine ungünstige Gruppenkonstellation, ungenügende Rücksicht auf das Schlafbedürfnis etc. können Aggressionen unter den Kindern befeuern.

Mehr Infos zum Thema:

Angst vor beißenden Kindern? Lust auf neue Kita Jobs? Wie wäre es mit einer neuen Erzieher-Stelle in Krippe oder Kindergarten?

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