Die Zecken sind wieder da!

Mai und Juni ist wieder Hochzeit für Zecken! Beim Spielen im Außenbereich oder beim Spaziergang durch den Wald – im Freien gehören Zecken dazu, die auf Gräsern und auf Büschen lauern. Als Erzieher hast Du bestimmt schon die eine oder andere an einem Kind entdeckt. Darfst Du sie entfernen oder müssen die Eltern sofort anrücken? Wir klären diese und andere Fragen: Wann sind Zecken aktiv, welche Krankheiten übertragen Zecken, wie werden sie entfernt?

Es ist (fast) immer Zeckenzeit
Die schlechte Nachricht: Mit Zecken musst Du immer rechnen – nicht nur im Frühling und Sommer (obwohl die Zecken in Mai und Juni am aktivsten sind). Denn sie sind nicht zu bestimmten Jahreszeiten aktiv, sondern nur dann, wenn es ihnen warm genug ist. Ihr Hunger regt sich, sobald die Temperatur mehrere Tage hintereinander über sieben Grad Celsius liegt. Dazu kann es selbst im Herbst und lauen Wintern kommen.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?
Zecken, die übrigens zur Familie der Spinnentiere gehören, tragen mitunter verschiedene Krankheitserreger in sich, die bei einem Stich auf den Wirt übertragen werden. Wenn Du bzw. die Eltern bei einem Kind nach einem Zeckenstich beispielsweise grippeähnliche Symptome (Fieber, Gliederschmerzen etc.) wahr nimmst, könnte es sich um eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) handeln. Dagegen helfen nach Ausbruch keine Medikamente. Bei der Hälfte der 2016 Erkrankten entzündeten sich Hirnhäute, Gehirn oder Rückenmark. Manchmal treten Lähmungserscheinungen auf. Bei Kindern verläuft die Krankheit jedoch meist in abgeschwächter Form.

Auch die Lyme-Borreliose können die kleinen Tierchen auslösen, wenn sie die entsprechenden Bakterien in sich tragen.

Kitas im FSME-Risikogebiet
Prüft regelmäßig bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), ob Eure Einrichtung im FSME-Risikogebiet liegt. Wenn das der Fall ist, könnt Ihr den Eltern die Impfung gegen FSME ans Herz legen, die ab dem ersten Lebensjahr durchgeführt wird. Das Risiko gilt laut BZgA hauptsächlich für Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und das südöstliche Thüringen sowie Gebiete in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Rheinland-Pfalz (Landkreis Birkenfeld), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis) und in Sachsen (Vogtlandkreis).

Gefahr durch Borreliose
Sei aufmerksam, wenn Du bei einem Kind um einen alten Zeckeneinstich einen runden Kreis erkennst. Das kann einige Tage oder sogar Wochen später sein. Es kann sich um Borreliose handeln, die mitunter ebenso zu Lähmungen führt. Leider gibt es dagegen keine Schutzimpfung, jedoch wirkungsvolle Medikamente. Die Krankheit muss jedoch nicht immer zum Ausbruch kommen.

Zeckenvorsorge ernst nehmen
Gerade bei Ausflügen in die Natur, Waldtagen oder -wochen könnt Ihr die Eltern im Vorfeld zum Thema Zeckenschutz sensibilisieren. Die Kids sollten langärmelige Oberteile und lange Hosen tragen, außerdem die Strümpfe über die Hosenbeine ziehen, festes Schuhwerk oder Gummistiefel wählen. Helle Kleidung ermöglicht es, dass die Tiere erkannt werden, bevor sie auf die Haut gelangen.

Bei der Rückkehr in die Einrichtung seid Ihr gefragt: Ein Check beim Umziehen ist sehr hilfreich, denn die Zecken sollten möglichst schnell entfernt werden. Oft wandern sie noch eine ganze Zeit auf dem Körper herum, bevor sie zustechen. Zumindest das Borreliose-Risiko kann beim schnellen Entfernen deutlich verringert werden, denn der Erreger braucht etwa 12 Stunden, um in den menschlichen Organismus übertragen zu werden.

Ältere Kinder können sich gegenseitig untersuchen. Kindgerecht aufbereitete Videos und Spiele zum Thema Zecken gibt es u.a. online bei der Zeckenschule.

Was machen bei einem Zeckenstich?
Je nach Träger, Landkreis bzw. Bundesland können die Regelungen bezüglich Zeckenstichen sehr unterschiedlich ausfallen. In Deiner Einrichtung ist vielleicht festgelegt, dass Erzieher gar keine Zecken entfernen dürfen. Dann sind die Eltern umgehend zu informieren, die entscheiden müssen, ob sie die Entfernung selbst vornehmen oder zum Arzt fahren.

In anderen Kitas geben die Eltern bereits bei der Anmeldung ihr schriftliches Einverständnis, dass Erzieher die Zecken entfernen dürfen – oder sprechen sich eben dagegen aus. Trotzdem musst Du im Einzelfall entscheiden, ob Du es Dir zutraust, vor allem wenn sich die Zecke an schwer erreichbaren Stellen oder im Intimbereich festgesetzt hat.

Tipps zur Zeckenentfernung

  • Bei Naturausflügen und Waldwochen Hilfsmittel zur Zeckenentfernung mitnehmen, eventuell spezielles Insektenspray auftragen.
  • Bei einem Stich: Das Tier mit Zeckenpinzette oder Zeckenkarte möglichst hautnah greifen.
  • Damit langsam und kontrolliert entfernen.
  • Nicht drehen, reißen oder drücken!
  • Keinen Alkohol, Öl oder Benzin einsetzen – erst nach Entfernung desinfizieren.
  • Hat ein Kind eine Zecke auch den restlichen Körper gründlich absuchen sowie die anderen Kinder, die mit ihm unterwegs waren.
  • Die Einstichstelle mit einem wasserfesten Stift umkreisen, damit Eltern und ggf. der Arzt einen Anhaltspunkt haben.
  • Die Eltern über den Zeckenstich informieren und auf die Symptome von Borreliose und FSME hinweisen.
  • Zecke in ein Papier wickeln und mit einem Glas zerquetschen.
  • Falls ein Teil des Stechapparates in der Haut verblieben ist, wird er in der Regel automatisch nach ein paar Tagen abgestoßen.
  • die Einstichstelle in den nächsten Tagen im Kindergarten ebenfalls beobachten.
  • Weitere, wertvolle Tipps auf Zecken.de!

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